AFRIKA/UGANDA - Waffenstillstand in Norduganda verlängert

Samstag, 27 November 2004

Kampala (Fidesdienst) - Im Norden Ugandas wurde der unilaterale und geographisch begrenzte Waffenstillstand gegenüber den Guerillakämpfern der LRA (Lord’s Resistance Army), die seit 18 Jahren einen blutigen Bürgerkrieg im Norden des Landes kämpfen, verlängert (vgl. Fidesdienst vom 24. November 2994). Dies beschloss die ugandische Regierung, die bekannt gab, dass der Waffenstillstand noch bis zur Nacht zwischen dem 29. und 30. November in Kraft bleiben soll. Der Informationsminister Nsaba Buturo präzisierte, die Regierung wolle damit „die tatsächliche Bereitschaft der Regierung zum Frieden zeigen und den Rebellen Zeit für konkrete Antworten geben“.
Erstmals wurde der Waffenstillstand am 14. November von Präsident Museweni bekannt gegeben. Die Frist dieses Waffenstillstands war am 23. November abgelaufen.
Seither war der Waffenstillstand jedoch ununterbrochen eingehalten worden, obschon Regierungseinheiten - zumindest nach offiziellen Angaben - außerhalb der 300 Quadratkilometer großen geographisch beschränkten Gebiete des Waffenstillstands, der historische Schauplatz der Gefechte, Offensiven gegen Guerillakämpfer durchgeführt hat. Der Entschluss zur Verlängerung des Waffenstillstands beruht auf positiven Signalen seitens der LRA (insbesondere des Anführers, Joseph Kony, mit dem bereits wichtige Telefongespräche stattgefunden haben sollen) und auf einem jüngsten UN-Beschluss, der von der Regierung in Kampala eine baldige Lösung der und konkrete Wege zum Frieden im Norden des Landes fordert.
Bei dem Bürgerkrieg in Norduganda starben bisher mindestens 100.000 Mensche, 25.000 Kinder wurden verschleppt und 1,6 Millionen Menschen, fast die ganze Zivilbevölkerung, mussten ihre Heimatdörfer verlassen und in Aufnahmelager Zuflucht suchen, wo es am Notwendigsten zum Überleben fehlt und diese Menschen oft durch Übergriffe der LRA gefährdet sind. (LM) (Fidesdienst, 27/11/2004 - 25 Zeilen, 247 Worte)


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