AMERIKA/ECUADOR - Auf den Straßen von Quito arbeiten 15.000 Kinder: sie werden oft von den eigenen Eltern dazu gezwungen

Dienstag, 20 März 2012

Quito (Fidesdienst) – „Wenn ich nicht arbeite bestraft mich mein Vater“: so denken über 15.000 Kinder, die auf den Straßen der ecuadorianischen Hauptstadt Quito arbeiten müssen. Wie das Institut für Kinder und Familie (INFA) mitteilt, arbeiten 63% der Minderjährigen über 40 Stunden pro Woche. Obschon der Artikel 136 des Arbeitsrechts festlegt, dass Minderjährige im Alter unter 15 Jahren nicht arbeiten dürfen, beginnen viele Kinder bereits im Alter von 4 Jahren. Die meisten von ihnen, etwa 90%, leben nicht in Quito sondern sie kommen aus den umliegenden Provinzen in die Hauptstadt. Wie die Kinder- und Jugendpolizei (Dinapen) mitteilt, kommen besonders viele aus Cotopaxi, Chimborazo und Manabi. Der Leiter des Zentrums für junge Arbeiter (CMT) betont, dass der Grund für die Jugendarbeit vor allem die im Land weit verbreitete Armut ist.
Das Zentrum weist darauf hin, dass die Kinder aufgrund dieses Phänomens ihrer Kindheit, ihrer potentiellen Möglichkeiten und ihrer Würde beraubt werden. Außerdem werde die körperliche und psychologische Entwicklung beeinträchtigt. Nach Angaben der Dinapen verdienen die Kinder zwischen 12 und 68 Dollar am Tag mit einem Monatsverdienst zwischen 100 und 1.800 Dollar, den sie an ihre Ausbeuter abgeben müssen. Oft sind arbeitende Kinder „unsichtbar“, wenn sie für das Be- und Entladen schwerer Materialien, Lebensmittel oder Holz eingesetzt werden. Das Phänomen der Kinderarbeit nimmt an Feiertagen wie Weihnachten, St. Valentin oder am Muttertag um 25% zu. (AP) (Fidesdienst, 2012/03/2012)


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