AFRIKA/SOMALIA - Am Vorabend der Internationalen Somaliakonferenz überwiegen militärische Erwägungen

Mittwoch, 22 Februar 2012

Mogasichu (Fidesdienst) – Am Vorabend der Internationalen Somaliakonferenz, die am morgigen 23. Februar in London beginnt, wird aus dem Land am Horn von Afrika über die Intensivierung der militärischen Gefechte berichtet. Insbesondere ist inzwischen offensichtlich, dass Soldaten der äthiopischen Armee an der Seite der Truppen der Übergangsregierung bei den Gefechten für die Wiedereinnahme von Baidoa kämpften. Die Stadt (rund 250 Kilometer nordwestlich von Mogadischu) war Sitz des somalischen Parlaments bis zur Einnahme durch die Shaabab-Milizen im Jahr 2009.
Im Süden Somalias finden weitere militärische Operationen der kenianischen Streitkräfte gegen die Basislager der integralistischen Shabaab-Bewegung statt. Nach der Einnahme einiger Ortschaften in der Region (Bulgabo, Ras Kamboni, Badhadhe, Tabda, Elare, Girma und Hosingo) versuchen die Soldaten aus Nairobi nun die Stadt Chisimai zu erobern, die zu den wichtigsten Zentren der Region gehört. Auf diese Weise versuchen die Soldaten aus Kenia den Milizen insbesondere auch die Finanzhähne zuzudrehen (Zolleinnahmen, Handelssteuern, …). Die Truppen aus Nairobi, die im Süden Somalias stationiert sind werden schon bald in die AMISOM (Mission der Afrikanischen Union) integriert werden, die die somalische Übergangsregierung unterstützt. Die AMISOM-Einheiten, die in der Hauptstadt Mogadischu stationiert sind, umfassen bisher rund 9.000 Soldaten (vorwiegend aus Uganda und Burundi). Zusammen mit rund 2.500 Soldaten aus Kenia wird die Einheit aus 11.500 Soldaten bestehen. Absicht der Vereinten Nationen ist es, insgesamt 17.700 afrikanische Soldaten in Somalia zu stationieren. Vor kurzem begannen auch Dschibuti und Sierra Leone mit der Entsendung ihrer Soldaten nach Somalia.
Die westlichen Länder unterstützten die AMISOM bisher nur logistisch und finanziell, doch sie sind insbesondere besorgt im Hinblick auf das Piratentum und den Vormarsch islamischer Integralisten und stellen deshalb auch ein direktes Eingreifen in Aussicht. Während es bis jetzt keine offizielle Bestätigung für die Bereitstellung von Schiffen und Flugzeugen aus Frankreich und den Vereinigten Staaten für Truppen aus Kenia gibt, kommt es bereits zu Luftangriffen gegen Gruppen oder Einzelpersonen im Namen der „Terrorismusbekämpfung“, die von amerikanischen Piloten geflogen werden. Wie aus englischen Presseberichten hervorgeht, soll die Regierung von Großbritannien, die Gastgeberin des Somaliagipfels ist, selbst Angriffe gegen Piraten und Terroristen in dem Land am Horn von Afrika beabsichtigen, in dem zudem in einigen Teilen auch Hungersnot herrscht. (LM) (Fidesdienst, 22/02/2012)


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