AMERIKA/ECUADOR - Das Drama haitianischer Auswanderer an der brasiliansichen Grenze: weitere 500 Flüchtlinge leben in provisorischen Unterkünften

Montag, 13 Februar 2012

Quito (Fidesdienst) – Ecuador wird zum Transitland für Auswanderer, die auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen nach Brasilien einreisen wollen. Dies gilt vor allem für Flüchtlinge aus dem 2010 von einem verheerenden Erdbeben verwüsteten Haiti, die für die Einreise nach Ecuador kein Visum benötige, wie das das Flüchtlingshilfswerk der Jesuiten „Jesuit Refugee Services“ (JRS) mitteilt. Anfang Januar kamen allein innerhalb von drei Tagen 500 Haitianer in Brasileia, einer Kleinstadt mit 20.000 Einwohnern im brasilianischen Amazonasstaat Acre an, wo bereits 700 weitere Haitianer in provisorischen Unterkünften leben. Wie die brasilianische Regierung mitteilt, sind seit dem Erdbeben im Januar 2010 insgesamt 4.000 Haitianer nach Brasilien eingereist.
Der stellvertretende Leiter des JRS in Ecuador, Juan Villalobos, erklärte, dass viele Haitianer von Brasilien aus über Französisch Guyana nach Frankreich einreisen wollen. Die Haitianer, die ihre Heimat verlassen sind größtenteils zwischen 18 und 35 Jahre alt und wollen versuchen, durch eine Ausbildung oder einen Arbeitsplatz im Ausland zum Lebensunterhalt ihrer Angehörigen auf Haiti beizutragen. Doch „in Brasilien gibt es keine Arbeit für sie“, so der verantwortliche JRS-Mitarbeiter und „das Land hat strenge Zuwanderungsgesetze für Haitianer, weshalb diese zunächst in Acre festsitzen“.
Sorge bereitet dem JRS auch, dass viele dieser Auswanderer „über Schlepperbanden hierher gelangen“ und in großen Gruppen unterwegs sind, die lange Wege zurücklegen (vgl. Fidesdiesnt, 25/01/2012). Villalobos erinnerte an das Beispiel der 500 Haitianer, die bereits in Leticia Tabatinga (Kolumbien) an der Grenze zwischen Brasilien und Peru, sich selbst überlassen bleiben. (CE) (Fidesdienst, 13/02/2012)


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