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Asia

2011-04-06

AFRIKA/COTE D’IVOIRE - Der Apostolische Nuntius in Abidjan beklagt schwere Menschenrechtsverstöße und berichtet von kirchlichen Hilfsprogrammen für die Opfer

Abidjan (Fidesdienst) – „Zivilisten sind die ersten Opfer: sie müssen schwere Gewalt über sich ergehen lassen“, so der Apostolische Nuntius in Cote d’Ivoire, Erzbischof Ambrose Madtha, gegenüber dem französischen Büro des katholischen Hilfswerks Kirche in Not. In der Verlautbarung, die dem Fidesdienst vorliegt, berichtet er: „Viele Menschen müssen sterben (sie werden von schweren Waffen getroffen, man schneidet ihnen den Hals durch oder sie werden bei lebendigem Leib verbrannt) und es kommt zu Überfällen und Plünderungen…“. „Ganze Familien fliehen vor der Gewalt und suchen oft Zuflucht in Kirchen“, so der Nuntius weiter. Die Diözese Man (insbesondere in den Städten Agboville und Duékoué, wo Massengräber mit hunderten Leichen gefunden wurden) und die Erzdiözesen Abidjan und Gagnoa sind am meisten betroffen.
„Die Vertriebenen haben wirklich überhaupt nichts mehr, weil sie auf der Flucht alles zurück lassen müssen“, so Erzbischof Madtha. „Es fehlen Lebensmittel, Trinkwasser, Medikamente, Kleider. Wir helfen diesen Menschen, indem wir mit ihnen das Wenige teilen, was wir haben. Doch angesichts des Ernstes der Lage und der immensen Bedürfnisse sind wir auf Hilfe angewiesen“, so der Nuntius abschließend.
Das französische Büro von „Kirche in Not“ stellte Nothilfen im Umfang von 25.000 Euro zur Verfügung. „Wir sind nicht auf Nothilfe spezialisiert“, so Marc Fromager, der Leiter des französischen Büros von „Kirche in Not“, „doch wir dürfen bei einem solchen Drama, das sich vor unseren Augen abspielt nicht untätig zusehen“.
Papst Benedikt XVI. rief bei der Generalaudienz am Mittwoch, den 6. April, zur Beendigung der Gewalt in Cote d’Ivoire auf. „Ich verfolge die dramatische Lage der Bevölkerung in der Elfenbeinküste und in Libyen in diesen Tagen weiterhin mit großer Sorge“, so der Papst, „Ich bitte darum, dass Kardinal Turkson bald in die Elfenbeinküste eingelassen wird; ich hatte ihn beauftragt, dort meine Solidarität auszudrücken. Ich bete für die Opfer und bin allen, die leiden, nahe. Gewalt und Hass sind immer eine Niederlage!“ (LM) (Fidesdienst, 06/04/2011)

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