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Africa

2003-06-04

AFRIKA/UGANDA - „DAS SCHÖNE ANTLITZ EINER LEBENDIGEN UND DYNAMISCHEN KIRCHE“: KARDINAL CRESCENZIO SEPE BEIM TREFFEN MIT UGANDISCHEN BISCHÖFEN UND LAIEN

Kampala (Fidesdienst) – Letzter Programmpunkt des Besuchs von Kardinal Crescenzio Sepe, Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, in Uganda war das Treffen mit der Ugandischen Bischofskonferenz am Mittwoch, den 4. Juni. „Obwohl mein Aufenthalt nur kurz war“ so der Kardinal in seiner Ansprache, „hatte ich doch Gelegenheit, die sozialen und kirchlichen Gegebenheiten besser kennen zu lernen. Die verschiedenen Begegnungen und Feiern haben mir das schöne Antlitz dieser lebendigen und dynamischen Kirche gezeigt. Es wird ein beachtliches Engagement sichtbar, das mit Begeisterung und Verantwortlichkeit betrieben wird.“
Hinsichtlich des konkreten Engagements der Kirche, das vor allem auf die Bekämpfung der gesellschaftlichen Übel abzielt, nannte der Kardinal insbesondere die Situation im Norden des Landes, „wo Gewalt, Guerilla und Vandalismus auch die Einrichtungen der Kirche betreffen“. „… Unsicherheit und mangelnde Stabilität im Norden des Landes wirken sich auch in beachtlichem Maß auf die Situation im Rest des Landes aus, wo sich ethnische Spaltungen zuspitzen“, so der Kardinalpräfekt. Man dürfe aber auch andere negative Phänomene der Gesellschaft nicht vernachlässigen, wie zum Beispiel, Korruption, Ineffizienz der Verwaltungseinrichtungen, Armut, Migration, Analphabetismus und Mängel im Schul- und Gesundheitswesen.
Sodann wies der Präfekt der Missionskongregation auch auf die Notwendigkeit einer soliden Ausbildung aller aus, die sich der Kirche nähern wollen. „Um die Gläubigen vor der Abwerbung durch andere Religionen und der Ausdehnung der Sekten zu schützen und Traditionen, die mit dem Evangelium nicht vereinbar sind zu überwinden“ bedürfe es auch einer angemessenen Unterweisung für die Gläubigen. Außerdem sollten die Bischöfe vor allem der Familienpastoral und der Ausbildung von Priesteramtskandidaten ein besonderes Augenmerk widmen: „Die Priester müssen heilig und von ihrer Berufung und von ihrer Wahl überzeugt sein“, so der Kardinal. Dabei müsse die Ausbildung von den ersten Tagen des Priesterseminars an beginnen und während des gesamten Priesterlebens fortgesetzt werden. Insbesondere forderte der Kardinal die Bischöfe auf, „die Priester vor allem während der ersten Zeit in ihrem Amt mit väterlicher Zuneigung zu begleiten und ihnen damit die anfängliche Arbeit als Seelsorger zu erleichtern, damit sie sich nicht von den ersten Schwierigkeiten entmutigen lassen“. Abschließend forderte Kardinal Sepe die Bischöfe auf, die Begeisterung der Laien für die verschiedenen Formen der Evangelisierung und Verantwortung innerhalb der Kirche zu nutzen.
Am Dienstag, den 3. Mai hatte Kardinal Sepe bei einem Treffen mit den ugandischen Laien, das Profil der „Identität des Laien“ erläutert. Dabei hatte er das Sakrament der Taufe als „Grundlage der missionarischen Berufung“ bezeichnet und auf den unersetzbaren Beitrag der Katechisten bei der Verbreitung des Glaubens hingewiesen. Unter den neuen Formen der Laienämter, die in jüngster Zeit entstanden sind (Leiter von Gebetsgruppen, Chören und liturgischer Gestaltung; Verantwortliche der Basisgemeinden und Bibelgruppen; Mitarbeiter in karitativen Einrichtungen; Religionslehrer, …) ermutigte Kardinal Sepe vor allem zum Engagement im sozialpolitischen Bereich: „Ich spüre die Verantwortung, die unseren Kirchen und insbesondere Euch in dieser wichtigen historischen Zeit des Übergangs zukommt. Die katholische Kirche darf der Zerstörung des afrikanischen Kontinents nicht schweigend zusehen und darf sich auch nicht darauf beschränken über Ungerechtigkeit zu klagen, sondern sie muss das sozialpolitische Leben mit dem Sauerteig des Evangeliums durchsetzen“. Abschließend appellierte der Kardinal an die Laien: „Der Herr lädt die Laien noch einmal auf, sich ihm anzuschließen und sendet euch in alle Städte und Dörfer Ugandas, wo ihr sein Reich der Liebe und des Friedens verkünden sollt“.
(SL) (Fidesdienst 4/6/2003- 47 Zeilen, 555 Worte)

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