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Asia

2003-05-23

ASIEN/SRI LANKA - 250 TOTE UND 44.000 OBDACHLOSE FAMILIEN NACH ÜBERSCHWEMMUNGEN: DER SÜDEN DER INSEL BEFÜRCHTET WIRTSCHAFTLICHE FOLGEN. HILFSMASSNAHMEN DER CARITAS

Colombo (Fidesdienst) – Nach den Überschwemmungen, von denen der Süden Sri Lankas betroffen ist, „ist die Kirche bereits an vorderster Front tätig“. „Wir konnten schnell und wirksam reagieren“, erklärte der Apostolische Nuntius in Sri Lanka, Erzbischof Thomas Yeh Sheng-nan gegenüber dem Fidesdienst. Bei der katholischen Kirche gingen bereits Geldspenden aus verschiedenen Teilen der Welt ein. Allen voran stellte die Botschaft Taiwans beim Heiligen Stuhl der Nuntiatur einen Spendenbetrag für die Überschwemmungsopfer zur Verfügung, die an den Bischof der am meisten betroffenen Diözese Ratnapura überreicht werden soll.
„Wir sind froh, dass wir den nichtchristlichen Brüdern und Schwestern helfen können, die sich in Schwierigkeiten befinden. Wir müssen unser möglichstes tun, damit wir ihnen die christliche Nächstenliebe und die Liebe unserer Erlösers zeigen können“, so Pater Sidath Wilegoda, Leiter von Caritas Sri Lanka gegenüber dem Fidesdienst. Caritas Sri Lanka hat nach den schweren Regenfällen vom 17. und 18. Mai bereits erste Nothilfe-Maßnahmen in die Wege geleitet. „Katholische Priester und Laien arbeiten mit anderen Nichtrgierungsorganisationen und Vertretern anderer Religionen zusammen. Unser Arbeit wird von allen geschätzt. In solchen Momenten wird Solidarität sichtbar“.
Bischof Harold Anthoni Perera von Ratnapura besuchte bereits verschiedenen betroffene Dörfer, wobei jedoch die Zufahrt auf überschwemmten Straßen nicht überall möglich ist. Die Diözese hat in Zusammenarbeit mit Caritas Sri Lanka ein Krisenbüro eingerichtet, dass vor allem die humanitären Hilfen koordinieren soll. Bei den Caritas-Zentren wurden bereits Lebensmittel, Deken und Zelte abgegeben, die in Zusammenarbeit mit dem einheimischen Hilfswerk Sethmini verteilt werden.
Schwere Regenfälle haben in den südlichen Gebieten Sri Lankas schwere Überschwemmungen verursacht. Es handelt sich dabei um die schwersten Überschwemmungen der letzten 50 Jahre. Insgesamt starben bisher 250 Menschen (Angaben zum 22. Mai), wobei diese Zahl noch ansteigen könnte, da noch nicht alle Regionen zugänglich sind und vermutlich weitere Leichen geborgen werden müssen. Die Wohnungen von rund 44.000 Familien wurden im Verwaltungsdistrikt Ratnapura zerstört oder überschwemmt . Diese Familien mussten vorübergehend in öffentlichen Einrichtungen oder Tempeln untergebracht werden. Insgesamt sind 180.000 Familien von dem Hochwasser betroffen. Rund 5.000 Häuser wurden völlig zerstört, während etwa 10.000 Wohnungen unter Wasser stehen und insgesamt 500 Menschen als vermisst gemeldet wurden. Besondere Schäden an Kirchen wurden bisher nicht gemeldet. Der Wasserstand beginnt unterdessen zwar zu singen, doch die Schulen der Region werden noch eine weitere Woche geschlossen bleiben müssen. Beobachter befürchten auch schwere Schäden für die Wirtschaft der Region, die vorwiegend auf der Landwirtschaft basiert.
(PA) (Fidesdienst, 23/5/2003 – Zeilen, Worte)


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