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Africa

2003-12-16

AFRIKA/ÄTHIOPIEN - AFRIKA LEIDET IMMER NOCH UNTER STAMMESKONFLIKTEN: AUSEINANDERSETZUNGEN ZWISCHEN RIVALISIERENDE VOLKSGRUPPEN IM WESTEN ÄTHIOPIENS. MISSIONARE HELFEN FLÜCHTLINGEN

Addis Abeba (Fidesdienst) – Über den genauen Hergang der Ereignisse in der rund 400 Kilometer westlich der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba gelegenen Gambella-Region, wo es in den vergangenen Tagen zu Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Volksgruppen gekommen sein soll, gibt es noch keine genauen Angaben. Wie Beobachter aus Kreisen der Ortskirche aus Adis Abeba gegenüber dem Fidesdienst berichten, „waren die Angehörigen des Anouak-Volkes und die Bewohner der dortigen Hochebene an den Auseinandersetzungen beteiligt. Wir wissen, dass Wohnungen in Brand gesteckt wurden, doch die genaue Anzahl der Opfer ist uns noch nicht bekannt“.
Nach Angaben der Beobachter „sind flüchtende Menschen in der Mission der Salesianer und bei den Missionarinnen der Nächstenliebe untergebracht. Dort haben sie ein Dach über dem Kopf und sie bekommen eine Mahlzeit. Zusammen mit dem Apostolischen Präfekt planen die Missionare ein Aufnahmelager für diejenigen, die ihre Wohnung verloren haben.“
Nach einheimischen Presseberichten sollen bei den Auseinandersetzungen 21 Menschen gestorben sein, doch Mitarbeiter von vor Ort tätigen Hilfswerken schätzen die Anzahl der Opfer auf mindestens einhundert. Die äthiopische Armee hat bereits Truppen in die Region entsandt, die dort die Ordnung wiederherstellen sollen.
„Zu der Gewalt soll es infolge von Streitigkeiten um das Weide- und Ackerland gekommen sein“, so die Beobachter gegenüber dem Fidesdienst. „Bereits in der Vergangenheit war es in der Region zu Auseinandersetzungen zwischen den Anouak und Volksgruppen aus anderen Regionen Äthiopiens gekommen, die in den vergangenen Jahrzehnten auf der Hochebene sesshaft geworden waren; doch bei den jüngsten Gefechten mussten nun erstmals Menschen sterben.“
„Zur Eskalation der Gewalt führte auch die Tatsache, dass sich in der Region Kriegswaffen im Umlauf befinden“, vermutet der Beobachter. „Dabei sollte man bedenken, dass die Region nur rund 70 Kilometer von den sudanesischen Kriegsgebieten entfernt ist, von wo wahrscheinlich die bei den Auseinandersetzungen zum Einsatz gekommenen Waffen stammen.“
Die Gambella-Region gilt als eine der ärmsten Regionen Äthiopiens, „obschon“, so der Beobachter, „die Gegend über potentiellen Reichtum verfügt“. „Es gibt ausgedehnte Waldgebiete und die Landwirtschaft könnte bessere Erträge erwirtschaften, wenn modernere Techniken zum Einsatz kämen.“, erklärt der Beobachter, „Doch die Bewirtschaftung der Felder wird auch durch die hohen Temperaturen erschwert, die im Sommer auf bis zu 50 Grand ansteigen können. Bei den jüngsten Auseinandersetzungen handelt es sich deshalb immer noch um den reinen Kampf ums Überleben.“ (LM) (Fidesdienst, 16/12/2003 – 38 Zeilen, 391 Worte)

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