Von Marta Zhao
Chifeng (Fides) – Mehr als 400 Personen, darunter Bischöfe, Priester, Ordensfrauen und Laien, nahmen an diesem Mittwoch (22. Juli) an der Bischofsweihe von Joseph Chang Yanfeng teil. Er wird als Bischof die Diözese Chifeng in der chinesischen Provinz Innere Mongolei leiten.
Papst Leo XIV. hatte Joseph Chang Yanfeng laut einer Mitteilung des Presseamtes des Heiligen Stuhls am Montag, dem 15. Juni, zum Bischof von Chifeng ernannt, „nachdem er seine Kandidatur im Rahmen des vorläufigen Abkommens zwischen dem Heiligen Stuhl und der Volksrepublik China genehmigt hatte“.
Dem Weihegottesdienst stand Bischof Paul Meng Qinglu vom Bistum Hohhot vor. Kokonsekranten waren Bischof Anthony Yao Shun von Wumeng (Innere Mongolei) und Bischof Paul Pei Junmin von Liaoning. Während der des Weihegottesdienstes ging Pfarrer Giuseppe Yang Yu, Sekretär der sogenannten Chinesischen Katholischen Bischofskonferenz, auf die Ernennung des neuen Bischofs durch den Papst ein und verlas das Dekret der Bischofskonferenz mit dem die Ernennung genehmigt wurde.
Studium in Korea
Chang Yanfeng, wurde am 4. April 1984 in Beizhen in der Provinz Liaoning geboren. Er besuchte von 2000 bis 2006 das Theologische Seminar in Shenyang und absolvierte anschließend ein pastorales Praktikum in der Pfarrei Lindong. Von 2007 bis 2010 setzte er sein Studium in Südkorea an der Katholischen Universität Daejeon fort, wo er einen Abschluss in Biblischer Theologie erwarb. Am 18. November 2010 wurde er zum Priester für das Bistum Chifeng geweiht. Von 2010 bis 2013 war er in der Diözesankurie tätig und in mehreren Pfarreien des Bistums tätig. Von Oktober 2013 bis September 2019 war er Pfarrer der Kathedrale von Chifeng und anschließend von 2019 bis 2021 Pfarrer von Lindong. Seit dem 15. Oktober 2021 bekleidet er das Amt des Diözesanverwalters von Chifeng.
Auch während der fünf Jahre seiner Amtszeit als Diözesanverwalter widmete sich Giuseppe Chang vor allem der Verkündigung des Evangeliums und der Förderung des geistlichen und gemeinschaftlichen Lebens. Er leitete Exerzitien für die Diözesanpriester und warb für Werke der Barmherzigkeit und Nächstenliebe, insbesondere für die Armen, Schwachen, Kranken und Alten. Vertraut mit neuen digitalen Technologien, nutzte er auch seine Social-Media-Konten für seine priesterliche Mission, um vor Online-Betrügereien zu warnen, bei denen vorgeblich um Spenden für den Bau von Kirchen oder die Unterstützung kranker Priester gebeten wurde.
Ein Weg, der weitergeht
Mit der Ernennung durch Papst Leo XIV. und der jetzigen Bischofsweihe wurden 15 neue chinesische katholische Bischöfe gemäß dem vorläufigen Abkommen über neue Bischofsernennungen geweiht. Dieses Abkommen wurde am 22. September 2018 unter dem Pontifikat von Papst Franziskus vom Heiligen Stuhl und der Volksrepublik China unterzeichnet. Es wurde 2020 und 2022 alle zwei Jahre erneuert und im Oktober 2024 um weitere vier Jahre verlängert. Der gesamte Prozess, der zur Ernennung und Bischofsweihe von Joseph Chiang Yanfeng führte, fand von Beginn an unter dem Pontifikat von Papst Leo XIV. statt.
Der jetzige Nachfolger Petri verfolgt die Ernennungen und Weihen chinesischer Bischöfe mit der Fürsorge eines universalen Hirten. Dem jetzige Bischof von Rom, der selbst eine intensive Missionserfahrung gesammelt hat, liegt es am Herzen, dass die chinesischen Katholiken in Frieden und Freude im Glauben der Apostel voranschreiten, das Evangelium verkünden, die Wunden der Kirche heilen und in der Gemeinschaft und Einheit verwurzelt sind, deren Zeichen und Garantie die Gemeinschaft der Bischöfe mit dem Nachfolger Petri ist.
Seit Beginn seines Pontifikats hat Leo XIV. mehrere neue chinesische Bischöfe ernannt und bereits geweihte Bischöfe in neue Ämter berufen.
Am 11. Juni 2025 gab das vatikanische Presseamt die „Anerkennung mit zivilrechtlichen Wirkungen und Amtsantritt von Bischof Joseph Lin Yuntuan bekannt, den der Heilige Vater am 5. Juni 2025 im Rahmen des Dialogs über die Umsetzung des vorläufigen Abkommens zwischen dem Heiligen Stuhl und der Volksrepublik China zum Weihbischof von Fuzhou (Provinz Fujian, China) ernannt hatte.“ Bischof Lin begrüßte die Ernennung durch Papst Leo XIV. und erklärte sich „zur Zusammenarbeit bereit“.
Am 8. Juli hob Papst Leo XIV. die beiden chinesischen Diözesen Xuanhua und Xiwanzi auf, die am 11. April 1946 von Papst Pius XII. errichtet worden waren, und gründete die neue Diözese Zhangjiakou, ein Suffraganbistum von Peking. Am 10. September 2025 empfing der von Leo XIV. zum Bischof von Zhangjiakou (Provinz Hebei) ernannte Priester Joseph Wang Zhengui die Bischofsweihe.
Am 15. Oktober 2025 wurde Ignatius Wu Jianlin zum Weihbischof von Shanghai geweiht. Leo XIV. hatte ihn am 11. August 2025 zum Bischof ernannt.
Am 5. Dezember 2025 wurde Francis Li Jianlin zum Bischof der Apostolischen Präfektur Xinxiang (Provinz Henan) geweiht, nachdem ihn Papst Leo XIV. am 11. August zum Bischof ernannt hatte.
Ein Weg auf den Spuren der Glaubenszeugen
Wie Kardinal Luis Antonio Tagle, Propräfekt des Dikasteriums für Evangelisierung, am 10. Oktober letzten Jahres bei der Präsentation der Akten der Konferenz zum 100. Jahrestag des „Primum Concilium Sinense“ feststellte: „Wenn heute von den katholischen Gemeinschaften in China die Rede ist, richtet sich die Aufmerksamkeit in der Regel auf Fragen der Bischofsernennungen, lokale Zwischenfälle, die Beziehungen zwischen den chinesischen politischen Behörden und dem Heiligen Stuhl oder Probleme im Zusammenhang mit der Religionspolitik des Staates“. Diese selektive Aufmerksamkeit „ignoriert in der Regel das tatsächliche Leben und den gewöhnlichen Alltag der katholischen Gemeinschaften in China. Sie ignoriert das große und dichte Netz aus Gebeten, Liturgien, Prozessionen, Katechese und pastoralen und karitativen Initiativen, die oft direkt vom Lehramt des Nachfolgers Petri inspiriert sind“. Dies gilt auch für das Bistum Chifeng in der Autonomen Region Innere Mongolei, zu dem Gläubige der Han- und der mongolischen Volksgruppe gehören.
Die Seelsorge erfolgt in städtischen und ländlichen Pfarreien, wobei Katechese, Liturgie, Laienbildung und karitative Arbeit besondere Aufmerksamkeit gewidmet wird.
In der Neuzeit gelangte der Katholizismus um 1835 durch Missionare der Pariser Missionsgesellschaft (MEP) in die Region Chifeng. Ab 1840 wurde die Mission von den Vinzentinern geleitet. 1865 übertrug der Heilige Stuhl die mongolische Mission offiziell der Kongregation der Missionare vom Unbefleckten Herzen Mariens (CICM), bekannt als die Scheut-Missionare. Pater Théophile Verbiest, der Gründer der Kongregation, traf am 6. Dezember desselben Jahres mit seinen Mitbrüdern in Xiwanzi ein und begründete damit die Mission der Kongregation in der Mongolei.
Um die Seelsorge in dem weitläufigen Gebiet zu verbessern, wurde 1932 die Apostolische Präfektur unter der Leitung des ersten Apostolischen Präfekten, des Chinesen Lucas Zhao Qinghua, gegründet. 1946 errichtete Papst Pius XII. mit der Apostolischen Konstitution „Quotidie Nos“ die kirchliche Hierarchie in China. Das Apostolische Vikariat Chifeng wurde zum Bistum erhoben und Teil des Kirchensprengels Suiyuan (heute Hohhot).
Leider brachten der Pazifikkrieg, gefolgt vom Bürgerkrieg und der sich verschärfenden internationalen Lage, der Bevölkerung und der örtlichen Kirchengemeinde großes Leid, während die Saat des Evangeliums Wurzeln schlug und die Missionsarbeit eine starke Entwicklung erlebte. Auch die apostolische und missionarische Arbeit stieß auf zunehmende Hindernisse.
Zahlreiche Priester, Ordensleute und Gläubige bezeugten ihren Glauben an Christus bis zur Hingabe ihres Lebens. Das Zeugnis vieler stärkte die Wurzeln der katholischen Kirche von Chifeng.
Nach Chinas Wiederöffnung in den 1980er Jahren konnten sechs ältere Priester, angeführt von Pfarrer Qiao Zhanying, die aus Arbeitslagern entlassen worden waren, 1981 endlich in ihre Diözese zurückkehren. Trotz enormer Schwierigkeiten begegneten sie der Situation mit Mut und begannen, angesichts der in den Jahren zuvor entstandenen Schäden mit dem Wiederaufbau. Sie besuchten zunächst getaufte Katholiken einzeln und nahmen Kontakt zu verschiedenen Organisationen und Behörden auf, um die besetzten oder beschädigten Kirchen und Kirchengebäude zurückzuerlangen. 1983 wurden die ersten Seminaristen aufgenommen und zum Studium an das Priesterseminar in Peking entsandt. 1985 folgte eine zweite Gruppe von Seminaristen, die am Priesterseminar der Inneren Mongolei studierten. Parallel dazu arbeitete die Diözese an der Instandsetzung der Kirchen und nahm schrittweise die Seelsorge in den Gemeinden wieder auf. Heute zählt die Diözese über 50.000 Gläubige in 16 Gemeinden mit 37 Kirchen und rund 30 Priestern und etwa 20 Ordensschwestern.
Das Bistum legt seit jeher größten Wert auf Glaubensbildung und Glaubensleben. Katechismuskurse, Exerzitien, Priesterweihen, Kurse für Laien (darunter Kurse zur Liturgie und zu den Dokumenten des Zweiten Vatikanischen Konzils) sowie Zeremonien zur Übertragung des Missionsauftrags an Katecheten gehören dazu. Im Rahmen der Exerzitien wurden Predigten auch ausländischen Missionaren anvertraut, wie beispielsweise dem niederländischen Steyler Missionar J. Kuepers, sowie Bischöfen und Priestern anderer Bistümer. Die Gemeinde lebt in ständiger Gemeinschaft mit der Weltkirche und folgt den Botschaften des Bischofs von Rom, etwa zum Weltjugendtag, zum Weltmissionssonntag und den Welttagen der Armen und Familien. Die kirchliche Gemeinschaft engagiert sich stark in der karitativen Arbeit. Ihr Sozialdienst bietet Unterstützung für Senioren und vergibt Stipendien an Studierende aus bedürftigen Familien.
(Fides 22/7/2026)