AICU
Goa (Fides) – „Anfang 2026 ruft die ‚All India Catholic Union‘ (AICU), die seit 106 Jahren als Sprachrohr der christlichen Bürger des Landes fungiert, zum Handeln auf: Gemeinsam können wir durch Einheit, Bildung und die Achtung von Grundsätzen dazu beitragen, ein Indien zu schaffen, in dem Vielfalt herrscht wird und die Rechte jedes Bürgers vor Hass und Diskriminierung geschützt sind“, erklärte der nationale Vorsitzende der AICU, Elias Vaz. Die 1919 gegründete AICU ist die größte Vertretung der katholischen Laien in Indien und mit 120 Niederlassungen im ganzen Land tätig.
Die christliche Gemeinschaft in Indien, insbesondere in Bundesstaaten wie Uttar Pradesh, Chhattisgarh, Madhya Pradesh und Orissa, hatte laut AICU im Jahr 2025 ein schwieriges Jahr zu bewältigen, das von „einem hohen Maß an Gewalt und Einschüchterung“ geprägt war, und das in der Weihnachtszeit seinen Höhepunkt erreichte. Mit einem Appell zum neuen Jahr, der Fides vorliegt, schlägt die AICU nun vor, eine übergreifende Vereinbarung für alle christlichen Gemeinschaften in Indien auszuarbeiten, die „Programme zur Aufklärung der Bürger über die in den Artikeln 25-28 der indischen Verfassung vorgesehenen Rechte” umfasst. Diese Artikel regeln das Leben, die Rechte und die Freiheiten der Religionsgemeinschaften im Land. „Die Aufklärung über die verfassungsmäßigen Rechte und Pflichten kann den Glaubensgemeinschaften helfen, wirksam auf die Herausforderungen zu reagieren, denen sie täglich begegnen”, erklärt John Dayal, Sprecher der AICU.
Darüber hinaus sei es im Hinblick auf bevorstehende Wahlen „notwendig, Maßnahmen zu erwägen, die eine Manipulation der Wählerverzeichnisse zum Nachteil religiöser Minderheiten verhindern können“, merkt er an. Auf sozialer Ebene müsse angesichts der geplanten Volkszählung in Indien sichergestellt werden, dass die Volkszählung die Spaltungen aufgrund von Kasten, ethnischer Zugehörigkeit, Religion oder Kultur nicht noch vertieft.
Eine der Schwierigkeiten betrifft die Einmischung in die Tätigkeit christlicher Schulen, „wie beispielsweise in Bezug auf Feiertage oder Lehrpläne“, während eine andere Form des Drucks, so John Dayal, „durch die Beschränkungen des Foreign Contribution Regulation Act (FCRA) ausgeübt wird, der christliche Organisationen einschränkt, die in den Bereichen Bildung und Soziales tätig sind“. „Diese Organisationen leiden unter Verzögerungen oder Annullierungen ihrer Lizenzen, was ihre Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt, behindert oder manchmal sogar zunichtemacht”, bekräftigt er.
„Die Christen“, so Dayal, „machen etwa 2,3 % der indischen Bevölkerung aus und leisten einen bedeutenden Beitrag, insbesondere im Bildungs- und Gesundheitswesen. Sie fordern lediglich die Gleichberechtigung aller Bürger“. „Es ist klar, dass im neuen Jahr dringend Veränderungen notwendig sind“, sagt er und erinnert daran, dass „die Gewalt und der Hass, denen Christen in Indien während des gesamten Jahres 2025 ausgesetzt waren, dem pluralistischen Gefüge der indischen Gesellschaft schaden“. „Diese Frage erfordert eine ehrliche Anerkennung, politischen Willen und gemeinsames Handeln von unten, von allen christlichen Konfessionen und Denominationen im Land“, betont er.
Dayal dankt Premierminister Narendra Modi und dem indischen Vizepräsidenten Radhakrishnan dafür, dass sie in den Weihnachtstagen 2025 christliche Einrichtungen und Kirchen besucht haben; aber, betont er abschließend, „bloße Grundsatzerklärungen reichen nicht aus: Wir fordern die Regierung auf, die Probleme anzugehen, die der Gewalt und Diskriminierung zugrunde liegen“.
(PA) (Fides 10/1/2025)