Archdiocese of Taunggyi
von Paolo Affatato
Taunggyi (Fides) – „Lasst uns beten, lasst uns beten, lasst uns beten.“ Philip Aung Moe, Leiter der Katholischen Aktion (CA) in der Erzdiözese Taunggyi im Shan-Staat in Myanmar, wiederholt diese Worte immer wieder, wenn er über die Lage im Shan-Staat und die Hoffnung der Bevölkerung angesichts des anhaltenden Bürgerkriegs in Myanmar spricht. Der Mann – den der Fidesdienst am Rande der jüngsten Versammlung des Internationalen Forums der Katholischen Aktion (FIAC) in Rom getroffen hat – berichtet von einer Gemeinschaft, die weiterhin zusammenkommt, die Eucharistie feiert, Familien unterstützt und im Glauben die Kraft sucht, weiterzumachen: „Der Glaube in Taunggyi ist stark. Er ist eine tägliche Kraft, die die Angst zwar nicht beseitigt, aber hilft, sie zu überwinden. Und neben dem Gebet“, betont er, „gibt es das Handeln, das Engagement vieler Christen, die sich vorbehaltlos für ihre Mitmenschen einsetzen und sich in den Dienst der Ärmsten, der Vertriebenen und der Schutzbedürftigen stellen.“
In der Stadt Taunggyi, der Hauptstadt des Shan-Staates und Sitz der katholischen Erzdiözese, scheint die Lage im Vergleich zu anderen Orten relativ weniger gewalttätig zu sein: „Man nimmt keine Bombardierungen oder Schießereien wahr, da die myanmarische Armee die militärische Kontrolle über das Gebiet aufrechterhält“, berichtet er gegenüber Fides. „Doch der Krieg ist nicht weit entfernt: Er dringt durch die Angst vor der Wehrpflicht, die Ungewissheit über die Zukunft und die Abwanderung vieler junger Menschen, die versuchen, einer möglichen Einberufung zu entgehen, in das Leben der Familien ein“, bemerkt er. „Die jungen Menschen haben Angst, hier zu bleiben. Deshalb fliehen sie, gehen weg, auch in die Nachbarländer. Und so haben wir viele junge Menschen verloren“, bemerkt Philip. Die Einberufung in die Reihen der myanmarischen Armee, die sowohl Männer als auch Frauen betrifft, ist für die Bevölkerung eine Quelle der Angst.In seinem Bericht erklärt Philip Aung Moe, dass sich die Gewalt nicht nur in bewaffneten Auseinandersetzungen äußert, „sondern auch in der Schwierigkeit, das eigene Leben zu planen“: „Für junge Menschen bedeutet Bleiben, mit der Angst zu leben, zum Kämpfen gezwungen zu werden; Weggehen bedeutet, die Familie, die Arbeit, das Studium und die eigene Gemeinschaft zurückzulassen. Der Krieg raubt unseren jungen Menschen somit die Zukunft“, sagt er.
Die Lage im Shan-Staat im Osten des Landes ist Teil der umfassenderen Krise in Myanmar, das nach dem Militärputsch im Februar 2021 in einen Bürgerkrieg gestürzt ist. Im Shan-Staat ist das Gebiet gespalten zwischen dem Einfluss der Armee, der Kontrolle durch ethnische Milizen und dem enormen wirtschaftlichen Druck Chinas, das direkt an die myanmarische Seite des Shan-Staates grenzt.Die Situation wird durch die Präsenz zahlreicher ethnischer bewaffneter Organisationen besonders komplex, deren Allianzen und Rivalitäten je nach Gebiet wechseln. Es gibt keine einfache Gegenüberstellung zwischen „Armee“ und „Widerstandsgruppen“: Die Zivilbevölkerung ist oft in einer zersplitterten Situation gefangen, sodass es in einem Bezirk oder einer Stadt relativ wenige Kämpfe geben kann; in anderen Gebieten hingegen kommt es zu Zusammenstößen und Hinterhalten, die zu massiven Vertreibungen der Bevölkerung führen. In ganz Myanmar sind laut den Vereinten Nationen über 4 Millionen Menschen aufgrund des Konflikts vertrieben, und etwa 16,2 Millionen benötigen humanitäre Hilfe.
Eine Kirche, die den Menschen nahe ist
Vor diesem Hintergrund berichtet Philip Aung Moe über das Engagement der Katholischen Aktion in Taunggyi: „Wir sind vor Ort und versammeln uns im Komplex der St.-Joseph-Kathedrale, wo Erzbischof Basilio Athai tätig ist, der sich wünscht, dass diese Laienbewegung immer mehr zu einem Bezugspunkt für die Gemeinschaft wird. Die Mitglieder des Vereins beschränken sich nicht nur auf die Organisation von Pfarraktivitäten: Wir halten das pastorale Leben wach, versuchen, die Leidenden zu unterstützen und den Menschen zu vermitteln, dass sie nicht allein sind“, berichtet er.
Die Gruppen der Katholischen Aktion gestalten die Liturgie mit, arbeiten mit den Priestern zusammen und begleiten die Gemeinden in ihren Nöten.
Zusammen mit Mitgliedern anderer kirchlicher Gruppen wie der „Legion Mariens“ „besuchen sie Kranke in Krankenhäusern, bringen das Gebet in die Häuser armer Familien und kümmern sich um diejenigen, die schwere Zeiten durchleben“. Und gemeinsam mit dem nach „St. Anna“ benannten Mütterverein „bieten unsere Frauen einen weiteren Raum für Gebet, Weiterbildung und Unterstützung“. Hinzu kommt ein besonders wichtiger Dienst: „Die Hilfe für Familien in der Trauer, die in diesen Kriegsjahren viel häufiger geworden ist. Wir tun dies durch geistliche Begleitung, Trostbesuche, Solidarität, aber auch durch konkrete Unterstützung bei der Beerdigung und Bestattung.“
Es sind Gesten, die in normalen Zeiten als übliche Aktivitäten des kirchlichen Lebens erscheinen könnten, die aber in einem vom Krieg gezeichneten Land eine tiefere Bedeutung annehmen: einen Kranken zu besuchen, mit einer Familie zu beten, diejenigen zu begleiten, die einen geliebten Menschen verloren haben, bedeutet, „Bindungen in einer Gesellschaft wiederherzustellen, die dem Druck von Gewalt und Unsicherheit ausgesetzt ist“. Die Katholische Aktion wird so zu „einem Netzwerk der Nähe, das in der Lage ist, die Menschen dort zu erreichen, wo sie leben und leiden, ohne darauf zu warten, dass sich die großen politischen Rahmenbedingungen ändern“, betont er.
In diesem Sinne hebt Philip hervor: „Wenn von Frieden und Dialog die Rede ist, haben viele Gläubige das Gefühl, vor allem eines tun zu können: beten. Wir glauben an die Kraft des Gebets. Jeden Tag beten wir gemeinsam mit dem Pfarrer während der Messe und bei Gebetstreffen und flehen Gott um Frieden an. Was eine politische Lösung angeht“, fügt er hinzu, „kann man nur auf die Entscheidungen der Führungskräfte hoffen, dass sie den Schrei eines Volkes hören, das des Krieges müde ist“. Dieses Bewusstsein ist nicht gleichbedeutend mit Resignation, sondern bedeutet, „nicht zuzulassen, dass der Krieg auch das Gemeinschaftsleben zerstört“. So ist „das gemeinsame Gebet ein Raum, in dem die Angst dem Herrn anvertraut werden kann und in dem die Hoffnung lebendig gehalten wird, um zu verhindern, dass der Konflikt zum einzig möglichen Ausweg wird.“
Die Mission der Laien
Wie Philip Aung Moe erinnert, hat die Katholische Aktion in Myanmar ihre Wurzeln in der Arbeit der Missionare des Päpstlichen Instituts für Auslandsmissionen (PIME), die dazu beigetragen haben, eine Kirche zu fördern, die in der Lage ist, den einheimischen Laien immer mehr Verantwortung zu übertragen. Der Mann erinnert sich dankbar an diesen Ursprung: „Unsere Missionare aus Italien, die PIME-Priester, haben diese ganze Idee in unsere Diözese gebracht. Sie wollten das Bewusstsein und die Spiritualität der Laien fördern und waren die Begründer dieser kirchlichen Erfahrung.“ Unter den Persönlichkeiten, die mit der Geschichte der Mission in Myanmar verbunden sind, erinnert sich Philip an Bruder Felice Tantardini, einen PIME-Missionar, dem die Gemeinde von Taunggyi eine besondere Verehrung entgegenbringt.
Die Idee, das Wachstum der Katholischen Aktion zu fördern – so fährt er fort – „bestand darin, den einheimischen Christen zu helfen, ihre eigene Verantwortung im Leben der Kirche und in der Mission zu erkennen. Wie uns die Missionare gelehrt haben, sind die Laien nicht nur ‚Adressaten‘ oder ‚Mitarbeiter‘, sondern Protagonisten der Verkündigung, der Bildung, der Solidarität und der christlichen Präsenz in der Gesellschaft“.
Diese Entscheidung erscheint im heutigen Myanmar besonders wichtig, wo die Gemeinden über schwieriges Gebiet verstreut sind, das von ethnischen und sprachlichen Spaltungen durchzogen ist, während der Krieg das Reisen gefährlich macht. Die Erfahrung der Katholischen Aktion von Taunggyi, die sich in eine Geschichte der breiten Beteiligung der Laien an der Mission einreiht, „trägt dazu bei, die Ortskirche in die Lage zu versetzen, sich selbst zu tragen und auch unter schwierigsten Bedingungen weiterzuarbeiten“. Das Engagement des Vereins umfasst neben dem Gemeindeleben auch Initiativen im Bereich Dienst und Bildung, insbesondere durch die Jugendlichen, die dazu berufen sind, auch die abgelegensten Gemeinschaften zu erreichen: „Auch wenn wir nur eine sehr kleine Zahl von Katholiken haben“, räumt Philip ein, „können der Dienst und die Präsenz der Laien dazu beitragen, den Glauben bekannt zu machen und ihn durch Werke sichtbar zu machen“.
Über die Grenzen der Gemeinde hinaus
Im Shan-Staat, wo wie in ganz Myanmar der Buddhismus die vorherrschende Religion ist und verschiedene ethnische und konfessionelle Identitäten nebeneinander bestehen, stellt die katholische Gemeinschaft eine Minderheit dar. In der Erzdiözese Taunggyi gibt es etwa 8.000 Gläubige bei 1,9 Millionen Einwohnern, die überwiegend Buddhisten sind. Aus diesem Grund betont Philip die Bedeutung des interreligiösen Dialogs und der Zusammenarbeit mit anderen christlichen Konfessionen sowie mit anderen Religionsgemeinschaften: „Brüderlichkeit entsteht auch außerhalb kirchlicher Räume, durch vertrauensvolle Beziehungen und Solidaritätsinitiativen“, bemerkt er. In einer Region, in der bewaffnete Gruppen auf gegnerischen Seiten stehen können und ethnische Zugehörigkeiten manchmal zu einem Grund der Spaltung werden, gewinnt der Dialog einen noch höheren Stellenwert: „Es bedeutet anzuerkennen, dass das Leid keinen Unterschied macht zwischen Gläubigen und Nichtgläubigen, zwischen Katholiken und Buddhisten, zwischen einer ethnischen Gemeinschaft und einer anderen. Familien, die die Rekrutierung fürchten, junge Menschen, die zur Flucht gezwungen sind, Kranke und durch die Krise verarmte Menschen teilen Bedürfnisse, die durch keine Zugehörigkeit ausgelöscht werden.“ Die Katholische Aktion, so sagt er, trage dazu bei, diese Begegnungsräume offen zu halten, „durch die Bereitschaft zum Dienst und die Zusammenarbeit mit allen, die bereit sind, sich für das Gemeinwohl einzusetzen“. Es sei keine Mission, die nach Sichtbarkeit strebe, sondern, so der Vorsitzende der Katholischen Aktion, „eine Präsenz, die sich durch Nähe bemerkbar macht, und so bezeugt unsere Gemeinschaft ihren Glauben, indem sie die Freiheit und Würde der anderen achtet“.
Die Hoffnung für die Zukunft
Auf die Frage, was er von der Zukunft erwarte, verschweigt Philip nicht die Grenzen der Situation: „Die Bevölkerung kann beten und die Solidarität aufrechterhalten, doch der Frieden bleibt in der Verantwortung der politischen Führer.“ In einem Kriegskontext „haben wir keine sofortigen Lösungen, wir haben nicht die Macht, Einfluss auf die Kämpfenden oder die bewaffneten Gruppen zu nehmen, aber wir können versuchen, denjenigen die Hand zu reichen, die leiden und unter den Folgen der Gewalt leiden. Wir können den Glauben und die Hoffnung bewahren und die Möglichkeit des Zusammenlebens offenhalten, getreu dem, was heute möglich ist, dank der Vorsehung und der Hilfe Gottes, der uns nicht verlässt“.
(Fides, 28.10.2026)