AMERICA/STATI UNITI - Al "G20 Interfaith Forum" il Nunzio apostolico Caccia ricorda che tecnologie e innovazioni "non ci dicono che cosa sia il bene"

Samstag, 17 Oktober 2026 entwicklung   dialog   geopolitik   diplomatie   gemeinwohl   künstliche intelligenz  

AMERIKA/USA – Beim „G20 Interfaith Forum“ erinnert der Apostolische Nuntius Caccia daran, dass Technologien und Innovationen „uns nicht sagen, was das Gute ist“

von Marie-Lucile Kubacki

Salt Lake City (Fides) – „Welche Zukunft für die Menschheit gestalten wir gemeinsam?“ Diese Frage stellte Erzbischof Gabriele Caccia, Apostolischer Nuntius in den Vereinigten Staaten, während der Eröffnungszeremonie des G20 Interfaith Forum am 15. Oktober im historischen Temple Square Tabernacle in Salt Lake City.
In seiner Ansprache an die Vertreter verschiedener religiöser Traditionen forderte der Nuntius dazu auf, den wirtschaftlichen und technologischen Fortschritt daran zu messen, inwieweit er dem Menschen dient. Zudem verlas er eine Botschaft, die der Staatssekretär im Namen von Papst Leo XIV. übermittelt hatte.

Das Forum findet vom 15. bis 17. Oktober unter dem Motto „Resilient Hope, Shared Future“ („Widerstandsfähige Hoffnung, gemeinsame Zukunft“) und bringt religiöse Führer, Wissenschaftler, Vertreter der Zivilgesellschaft und politische Entscheidungsträger zusammen, um den Beitrag der Glaubensgemeinschaften zur Bewältigung globaler Notlagen zu erörtern. Seine Initiativen zielen darauf ab, religiöse Perspektiven und konkrete Erfahrungen in die internationale politische Agenda einzubringen, im Vorfeld des G20-Gipfels der Staats- und Regierungschefs. Das Forum wurde 2014 mit einer ersten Veranstaltung an der australischen Gold Coast ins Leben gerufen und fördert seit über einem Jahrzehnt den Dialog zwischen den religiösen Traditionen und der G20-Agenda. Die jüngsten Veranstaltungen fanden in Bologna (2021), Abu Dhabi (2022), Pune (2023), Brasília (2024) und Kapstadt (2025) statt.

An der Eröffnungszeremonie, die vom Chor und Orchester des Tabernakels am Temple Square begleitet wurde, nahmen unter anderem Scheich-ul-Islam Allahshukur Pashazadeh, Vorsitzender des Rates der Muslime des Kaukasus, Metropolit Emmanuel von Chalcedon vom Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel, Pujya Sadhvi Bhagawati Saraswati, Generalsekretärin der Global Interfaith WASH Alliance; Rabbi Mark Dratch, emeritierter geschäftsführender Vizepräsident des Rabbinischen Rates von Amerika und Vorsitzender des Internationalen Jüdischen Komitees für interreligiöse Konsultationen; sowie Francis Kuria Kagema, Generalsekretär von „Religions for Peace“. Dallin H. Oaks, Präsident der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, hieß die Teilnehmer willkommen.

Der Fortschritt muss dem Menschen dienen

In seiner Ansprache führte Erzbischof Caccia das Wirtschaftswachstum, die Energiesicherheit und die rasante Entwicklung neuer Technologien, insbesondere der künstlichen Intelligenz, auf eine grundlegende Frage zurück:
„Ob der Fortschritt, den wir anstreben, wirklich den Menschen dient.“ Unter Hinweis auf seine Dienstjahre bei den Vereinten Nationen betonte der Nuntius, dass die Möglichkeiten, die die Technologie bietet, allein nicht bestimmen können, was gut ist. „Die Technologie bietet außergewöhnliche Möglichkeiten. Aber Innovation allein sagt uns nicht, was gut ist“, erklärte er.
Man müsse sich daher fragen, fügte er hinzu, wer vom Fortschritt profitiere und inwieweit dieser tatsächlich im Dienste der Menschen stehe.

Erzbischof Caccia bezog sich auf die Enzyklika „Magnifica Humanitas“ von Papst Leo XIV. und verband die Reflexion über den Fortschritt mit dem Schutz des Menschen im Zeitalter der künstlichen Intelligenz. Jede Generation, so erinnerte er, trage die Verantwortung, ihre Zeit so zu gestalten, dass sie dem Menschen würdig sei.
In diesem Zusammenhang haben die Glaubensgemeinschaften einen besonderen Beitrag zu leisten. „Wir sind nicht hier, weil wir technische Antworten auf jede wirtschaftliche oder technologische Frage haben“, erklärte der Nuntius und betonte, dass religiöse Traditionen tiefgreifendere Fragen lebendig halten.

Erzbischof Caccia bekräftigte zudem, dass ein authentischer interreligiöser Dialog „nicht verlangt, dass wir weniger fest in unserem Glauben verwurzelt sind“.
„Im Gegenteil: Wenn wir wissen, wer wir sind und woran wir glauben, können wir anderen mit größerer Aufrichtigkeit begegnen.“ Die Hoffnung, die das Thema des Forums hervorruft, sei nicht einfach nur Optimismus gegenüber der Zukunft: „Es ist die Entscheidung, diese Zukunft gemeinsam zu gestalten, ohne dabei jemals den Menschen aus den Augen zu verlieren, der im Mittelpunkt steht.“

Der Wunsch des Papstes: Würde, Religionsfreiheit und Gemeinwohl

Zum Abschluss seiner Rede übermittelte Erzbischof Caccia die Grüße von Papst Leo XIV. und verlas die in seinem Namen vom Staatssekretär Seiner Heiligkeit, Kardinal Pietro Parolin, gesandte Botschaft. Der Text drückt den Wunsch aus, dass das brüderliche Treffen „ein leuchtendes Beispiel für die Solidarität der Menschheitsfamilie“ sei und ein intensiveres Engagement der Nationen zugunsten der „universellen Prinzipien der Menschenwürde, der Religionsfreiheit und des Gemeinwohls“ fördere.
In der Botschaft betet der Papst zudem dafür, dass die „in Demut und Respekt“ geführten Arbeiten die Gläubigen dazu inspirieren, immer überzeugendere Antworten für diejenigen zu finden, die nach dem Grund ihrer Hoffnung fragen, und so einer größeren Zahl von Menschen helfen, sich vertrauensvoll dem Schöpfer zu nähern. Der Text versichert schließlich das Gebet des Heiligen Vaters für den erfolgreichen Verlauf des Forums.

(Fides, 17/10/2026)


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