„Über Fides und Considine“. Eine Reflexion von Pater Lance P. Nadeau, Oberer der Maryknoll-Missionare

Samstag, 17 Oktober 2026

Photo: Maryknoll Mission Archives

von Pater Lance P. Nadeau*

Rom (Fides)
- Dass die katholische Welt heute über die Geschehnisse im Bereich der Mission informiert ist, verdanken wir auch einem Mann und seiner außergewöhnlichen Vision. Ich beziehe mich auf meinen Mitbruder bei den Maryknoll-Missionaren, Pater John Considine, M.M., und auf die von ihm gegründete Nachrichtenagentur Fides.

Anlässlich dieses Weltmissionssonntags ist es wichtig, darauf aufmerksam zu machen!

Wer ihn gekannt hat, wird Ihnen berichten, dass Pater Considine das Herz eines Missionars und die abgetragenen Schuhsohlen eines Journalisten hatte. Er wünschte sich nichts sehnlicher, als die Frohe Botschaft unseres Glaubens überall und auf jede erdenkliche Weise zu verbreiten. Im Jahr 1927, nur vier Jahre nach seiner Priesterweihe, gründete er Fides, „um das Volk Gottes durch die Presse für die Missionen zu sensibilisieren“.

Pater Considine sollte einen Großteil seines Lebens und seines Dienstes einer einzigartigen Mission widmen – einer Art Berufung innerhalb der Berufung –, indem er das Evangelium durch die Artikel von „Fides“ verkündete, die in Zeitungen, Zeitschriften und Broschüren erschienen und an Millionen Menschen auf der ganzen Welt verteilt wurden. Noch bevor es das Internet oder irgendetwas gab, das diesem auch nur im Entferntesten ähnelte, gab es Pater John Considine und „Fides“, die dafür sorgten, dass die Gläubigen von der außergewöhnlichen Arbeit der Missionare in den entlegensten Winkeln der Welt erfuhren. So erhielten auch die Ordensschwestern in Brooklyn, die Hausfrauen in Boston, die Schulkinder in Wisconsin und die Ladenbesitzer in Chicago Einblick in das Geschehen in den kleinen katholischen Außenposten in Hongkong, Nairobi und Neu-Delhi. Das war die Weltkirche, die überall in die Häuser der Menschen Einzug hielt!

Ich kann nicht umhin zu denken, dass er von den Mitteln, die uns heute zur Verfügung stehen, begeistert und erfreut wäre: Podcasts, Blogs, Live-Streams und alle möglichen Instrumente zur Evangelisierung in den sozialen Medien. Pater Considine hat den Weg für all diese Initiativen geebnet – und Fides führt das große Erbe, das er uns hinterlassen hat, mit Stolz und Leidenschaft fort.

Während sich die Agentur darauf vorbereitet, im kommenden Jahr ihr hundertjähriges Bestehen zu feiern, ist es bemerkenswert, dass der missionarische Auftrag der katholischen Kirche wieder verstärkt Beachtung findet. Erst vor wenigen Tagen wurde Erzbischof Fulton Sheen seliggesprochen, der erklärte: „Die Welt ist meine Pfarrei.“ Und nun haben wir einen missionarischen Papst, Leo XIV., der in seiner Botschaft zum 100. Weltmissionssonntag ein erneutes Engagement „für das große Werk der Evangelisierung, das immer ein Werk der Liebe ist“, verkündet hat. Es ist die Liebe, die im Herzen von Pater Considine brannte.

Mein Gebet an diesem Sonntag ist, dass wir diese Flamme, diese Liebe, weiterhin am Leben erhalten können – durch die Inspiration und die Nähe des Heiligen Geistes und durch das große Vorbild jenes frommen Maryknoll-Missionars, Pater Considine, der uns vorangeht. Es gibt noch so viele großartige Geschichten zu erzählen!

(Fides, 17/10/2026)

*Generaloberer der Maryknoll-Gesellschaft
(Catholic Foreign Mission Society of America)


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