AFRIKA/MOSAMBIK - Unabhängigkeit vor 51 Jahren: "Heute braucht das Land ein neues nationales Bewusstsein"

Sonntag, 28 Juni 2026

Consórcio de Associações com Moçambique Onlus

Maputo (Fides) – Am 25. Juni 1975 proklamierte Mosambik seine Unabhängigkeit von Portugal und errichtete eine Präsidialrepublik mit Samora Machel als erstem Präsidenten und „Frente de Libertação de Moçambique“ (FRELIMO) als regierende Partei. Der Unabhängigkeitskrieg hatte 1964 begonnen, und die FRELIMO war die wichtigste antiportugiesische Gruppierung. Es folgte ein fast dreißigjähriger blutiger Bürgerkrieg und erst im Jahr 1992 unterzeichnete das Land das Friedensabkommen von Rom.
Heute feiert Mosambik den 51. Jahrestag seiner Unabhängigkeit inmitten von Korruption, Armut, schwerer Instabilität und bewaffneten Konflikten mit islamistischen Milizen in der nördlichen Provinz Kap Delgado (vgl. Fides 06/05/2026). Wirtschaftliche, soziale und moralische Unabhängigkeit bleibt für viele Bürgerinnen und Bürger in weiter Ferne. Das Land verfügt über enorme Bodenschätze: Erdgas, Kohle, Rubine, Gold, Graphit, Holz und fruchtbares Land. Trotzdem lebt der Großteil der Bevölkerung in Armut. Die Armut hat sich verschärft, und das Land ist nun das zweitärmste der Welt. Korruption ist zu einer der größten Bedrohungen für die nationale Unabhängigkeit geworden; Krankenhäusern fehlen grundlegende Medikamente, und Schulen sind ohne Schulbänke und Bücher.
„Soziale Ungleichheit breitet sich immer stärker aus“, so eine lokale Quelle. „Während einige wenige ein Vermögen anhäufen und in maßlosem Luxus leben, leben Tausende von Familien in Vierteln ohne sanitäre Anlagen, Strom oder Sicherheit. Kinder lernen auf dem Boden sitzend. Frauen legen kilometerlange Wege zurück, um Wasser zu holen. Kranke sterben, weil sie keine angemessene medizinische Versorgung erhalten.“
Der Terrorismus in Cabo Delgado fordert weiterhin Tote, Vertreibung und zerstört ganze Gemeinden (vgl. Fides News 12/05/2026). Tausende von Familien haben ihr Zuhause, ihren Besitz und ihre Angehörige verloren. Angst und Unsicherheit sind zu einem festen Bestandteil des Lebens vieler Mosambikaner geworden. Selbst im religiösen Bereich mehren sich besorgniserregende Anzeichen. Am 6. Juni wurde der Bischof von Quelimane, Osório Citora (IMC) der sein Leben als Hirte lebte, stets gütig und hilfsbereit und gewillt, jede Art von Ungerechtigkeit anzuprangern, brutal ermordet (vgl. Fides, 06/06/2026).
„Die Mosambikaner sind müde; wahre Unabhängigkeit muss sich in Menschenwürde, Chancengleichheit, Achtung der Grundrechte und einem echten Engagement für das Gemeinwohl niederschlagen“, heißt es in der Lokalpresse. „Solange Machtmissbrauch, Korruption, politische Manipulation, Vetternwirtschaft, Heuchelei, soziale Ungerechtigkeit und Gleichgültigkeit gegenüber dem Leid der Bevölkerung fortbestehen, bleibt die Unabhängigkeit unvollständig. Mosambik braucht dringend ein neues nationales Bewusstsein, gegründet auf Ehrlichkeit, Patriotismus, Solidarität und kollektiver Verantwortung. Der Wandel erfordert Führungskräfte, die sich der Wahrheit verpflichtet fühlen, und Bürger, die sich aktiv für Gerechtigkeit und das Gemeinwohl einsetzen.“
(AP) (Fides 28/6/2026)


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