AFRIKA/NIGERIA - Gemeinsame Erklärung: Bischöfe äußern sich besorgt nach über einem Monat Gefangenschaft für 39 Schüler und 7 Lehrer

Donnerstag, 25 Juni 2026

Abuja (Agenzia Fides) – Seit dem 15. Mai befinden sich 39 Schüler und 7 Lehrer in der Gewalt von Banditen, die Schulen in der Region Ahoro-Esinle im Distrikt Oriire nahe Ogbomoso im Bundesstaat Oyo im Südwesten Nigerias angegriffen haben (vgl. Fides 20/05/2026).
An du Notlage dieser Menschen, die laut lokalen Zeitungen unter schwierigen Bedingungen im Old Oyo Nationalpark festgehalten werden, erinnern die Bischöfen der Kirchenprovinz Ibadan (zu der das Erzbistum Ibadan und die Diözesen Ekiti, Ilorin, Ondo und Oyo gehören) in einer gemeinsamen Erklärung. Darin brachten sie ihre tiefe Besorgnis über die Lage der Opfer nach mehr als einem Monat Gefangenschaft zum Ausdruck.
„Diese Kinder, die kaum begreifen, was ihnen widerfahren ist, leben seit über einem Monat unter extremen Bedingungen – ohne Dach über dem Kopf, ohne ausreichende Nahrung und den Elementen im Wald schutzlos ausgeliefert“, so die Bischöfe, die ihre sofortige und bedingungslose Freilassung fordern.
Bei der Massenentführung töteten Banditen drei Menschen: einen Lehrer, einen Motorradfahrer und einen weiteren Lehrer, der später im Wald enthauptet wurde. Diese Taten, so die Bischöfe, „verletzen die Ruhe und Unschuld der Menschen im Südwesten Nigerias, die für ihre Leidenschaft für Bildung bekannt sind.“
„Das hat in Nigeria, und insbesondere unter den Yoruba, absolut keinen Platz“, betonen sie.
Die Bischöfe fordern die staatlichen Behörden auf, den schutzlosen Bevölkerungsgruppen mehr Sicherheit zu gewähren, und äußern gleichzeitig Zweifel an der Politik der Wiedereingliederung sogenannter „reumütiger Banditen“.
Laut den Bischöfen schwächt ein solches Vorgehen das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Justiz und sendet ein falsches Signal an gesetzestreue Bürger.
„Die fortgesetzte Wiedereingliederung sogenannter reumütiger Krimineller in Polizei und Gesellschaft, während die Opfer von Verbrechen und ihre Familien vernachlässigt oder verachtet werden, beschädigt das Ansehen der Justiz“, erklären sie.
Unterdessen haben Gewerkschaften, lokale Gemeinschaften und Bürger in Ibadan Proteste organisiert, um konkrete Maßnahmen zu fordern.
Laut lokalen Presseberichten haben die Entführer ihre Forderungen geändert und verlangen nun entweder Lösegeld oder die Freilassung einiger ihrer Komplizen.
Massenentführungen von Schülern sind in Nigeria nichts Neues; sie begannen mit der Entführung der -Schülerinnen in Chibok im April 2014. Ein Hoffnungsschimmer war das Urteil des Bundesgerichtshofs in Abuja vom 11. Juni, das fünf Männer wegen der Entführung von 230 Schülern der katholischen Grund- und Sekundarschule „St. Mary’s“ in Papiri zu jeweils 25 Jahren Haft verurteilte (vgl. Fides 24/11/2025).
(L.M.) (Fides 25/6/2026)


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