Comitato per la riconciliazione nella Conferenza Episcopale di Corea
Seoul (Fides) – Angesichts der offiziellen Einladung an Papst Leo XIV., Südkorea anlässlich des Weltjugendtags 2027 in Seoul zu besuchen, sagte der südkoreanische Präsident Lee Jae-Myung nach seiner Rückkehr von einer Europareise, bei der er auch Papst Leo XIV. im Vatikan traf, in einer von der Koreanischen Bischofskonferenz veröffentlichten Erklärung: „Ich habe ihn gebeten, auch einen Besuch der Demilitarisierten Zone (an der Grenze zwischen Nord- und Südkorea) und, wenn möglich, einen Besuch in Nordkorea in Erwägung zu ziehen. Der Papst sagte, man werde diese Vorschläge prüfen.“ Daher wächst die Hoffnung, dass der Papstbesuch in Korea 2027 als Katalysator für die Wiederaufnahme des Dialogs zwischen den beiden Teilen Koreas dienen könnte.
Laut Pfarrer Jeong Su-yong, Vizepräsident des Komitees für Nationale Versöhnung des Erzbistums Seoul, „könnte ein Papstbesuch in Nordkorea die positiven Auswirkungen auf den Frieden auf der koreanischen Halbinsel haben, die weit über unsere Vorstellungskraft hinaus gehen. Gleichzeitig wäre es umso wichtiger, Feindseligkeiten und Misstrauen beiseitezulegen und im Sinne des Friedens und der Verbesserung der innerkoreanischen Beziehungen gegenseitigen Respekt zu entwickeln, so wie es der Papst für den Frieden auf der koreanischen Halbinsel tut.“
Pfarrer Park Chang-il, Präsident der Nichtregierungsorganisation „Peace3000“, merkt an: „Nordkorea scheint die Initiativen des Vatikans stets mit Interesse zu verfolgen. Sie kennen den Weltjugendtag und wissen auch, dass er nächstes Jahr in Seoul, Südkorea, stattfinden wird.“ In diesem Zusammenhang könnte Nordkorea ein positives Signal an die internationale Gemeinschaft senden: „Aus nordkoreanischer Sicht frage ich mich, was geschehen würde, wenn die nordkoreanische Regierung die Initiative ergreifen und der Papstbesuch im Norden zustande käme. Ich denke, das könnte ein gutes Image erzeugen und einen positiven Einfluss auf die internationale Gemeinschaft haben. Nordkorea hat von einem möglichen Papstbesuch sicherlich nur zu gewinnen.“
Die Idee eines Papstbesuchs in Nordkorea wurde auch von früheren Regierungen verfolgt. 2018 setzte sich die Regierung des damaligen Präsidenten Moon Jae-in für einen Besuch von Papst Franziskus in Nordkorea ein, in der Hoffnung, dass ein solcher Besuch „dem Frieden auf der koreanischen Halbinsel neuen Schwung verleihen“ würde.
Im Rahmen des fortwährenden Engagements für die Versöhnung in Korea hat das Komitee für Nationale Versöhnung der Koreanischen Bischofskonferenz vom 17. bis 25. Juni eine besondere „Novene für Versöhnung und nationale Einheit“ ausgerufen, zu der die Gläubigen in allen Diözesen eingeladen sind.
Darüber hinaus besuchte kürzlich eine Delegation von neun koreanischen Bischöfen Panmunjom in der Demilitarisierten Zone (DMZ) an der Grenze zwischen den beiden Teilen Koreas – wo nord- und südkoreanische Soldaten nur wenige Meter voneinander entfernt stationiert sind. Während des Besuchs, der vom Komitee für Nationale Versöhnung der Koreanischen Bischofskonferenz organisiert wurde, besichtigten die Bischöfe die Gemeinsame Sicherheitszone (JSA) und die Demilitarisierte Zone (DMZ) und besuchten Orte, die symbolisch für die Teilung der Halbinsel stehen.
Die Bischöfe betraten das „Haus der Freiheit“ mit Blick auf die nordkoreanische Seite der Grenze und segneten das Land, indem sie inne hielten und beteten, „dass der Wind des Friedens in diesem Land, wo Konfrontation und Dialog nebeneinander bestehen, wieder wehen möge“. Anschließend setzten sie ihr Gebet für die Versöhnung auf der koreanischen Halbinsel fort.
(PA) (Fides 22/6/2026)