AFRIKA/TANSANIA - Kardinal Rugambwa zum Tod von Bischof Osorio Citora: “Ein Mensch mit vielen wunderbaren Eigenschaften”

Mittwoch, 10 Juni 2026

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Dar es Salaam (Fides) – „Ich habe Bischof Osorio 2017 kennengelernt, als er in die Kongregation für die Evangelisierung der Völker, das heutige Dikasterium für die Evangelisierung (Sektion für die Erstevangelisierung und die neuen Teilkirchen) berufen wurde. Damals suchte man dort einen Mitarbeiter für die portugiesischsprachigen Länder“, so Kardinal Protase Rugambwa, Erzbischof von Tabora in Tansania, in einer Mitteilung an Fides zum Todes seines Freundes und „ehemaligen Kollegen“ Bischof Osorio Citora (IMC) von Quelimane, der am vergangenen 6. Juni brutal ermordet wurde.
„Der tragische Tod unseres lieben Bruders, Bischof Osorio, macht uns sprachlos“, so Kardinal Rugambwa aus Dar es Salaam (Tansania) wo er an den Jahrestagungen der tansanischen Bischofskonferenz teilnimmt. „Pater Osorio, ein Consolata-Missionar, war ein Mann Gottes, ein sanfter, demütiger, gebildeter und feinsinniger Priester. Er arbeitete unermüdlich und war stets bereit, die vielfältigen Aufgaben zu übernehmen, die ihm anvertraut wurden, sowohl innerhalb der Kongregation als auch darüber hinaus, in den Kollegien von Propaganda Fide sowie in italienischen Pfarreien. Er war ein Freund, der bereitwillig seine Ansichten teilte. Er war ein Mensch mit vielen wunderbaren Eigenschaften. Seit seiner Ernennung zum Bischof teilte er mir oft seine pastoralen Erfahrungen mit. Ich freue mich, Ihnen eine Nachricht weitergeben zu können, die er mir am 25. Mai, wenige Wochen vor seinem Tod, zukommen ließ.“

Wir dokumentieren das Schreiben von Bischof Osorio Citora von Quelimane an Kardinal Rugambwa im Wortlaut:

“Herr Kardinal,
Eine gesegnete Pfingstzeit!
Ich schreibe Ihnen in brüderlicher Verbundenheit, um die Freuden und Herausforderungen unseres Dienstes mit Ihnen zu teilen. Wie Sie wissen, leite ich nicht nur unser geliebtes Bistum Quelimane, sondern derzeit unterstütze auch das Erzbistum Beira als Apostolischer Administrator. Die Arbeit ist intensiv, aber sie eröffnet mir eine wunderbare Perspektive auf die kirchliche Gemeinschaft. In meinem Bistum treiben wir den Plan voran, der darauf abzielt, „hoffnungsvoll auf eine synodale, missionarische und selbsttragende Kirche hinzuarbeiten“, und die ersten Früchte werden sichtbar, insbesondere dank des Enthusiasmus unserer Priester.
Andererseits erlebe ich im Erzbistum eine Art „Übergangsseelsorge“. Die Herausforderung besteht darin, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen und Berufungen zu fördern. Ich habe versucht, die Kräfte zu bündeln und die Pastoralräte beider Kirchen zum Dialog anzuregen. Während ich in meinem Bistum wie geplant jede Pfarrei besuche, richte ich meine Besuche im Erzbistum nach den sechs pastoralen Zonen. Gestern schloss ich einen Pastoralbesuch mit einer Messe ab, in der ich 340 Jugendlichen die Firmung spendete. Heute und morgen stehen zwei Tage Fortbildung für Priester mit sechs bis fünfzehn Jahren im priesterlichen Amt auf dem Programm.
Am Mittwoch beginne ich meinen zweiten Pastoralbesuch. Einer meiner Priester bereitet sich auf ein Studium der biblischen Theologie mit einem Stipendium von Propaganda Fide vor; zwei Seminaristen reisen nach Kinshasa, während ich weiterhin nach Möglichkeiten für Priester suche: Sie brauchen diese Ausbildung dringend. Wir erleben eine wunderbare Zusammenarbeit: engagierte Laien und Katecheten aus unseren Gemeinden unterstützen sich gegenseitig, bauen eine Brücke des Glaubens und teilen ihre Ressourcen. Ich leugne nicht, dass die Entfernungen und der Zeitaufwand eine Herausforderung darstellen, aber zu sehen, wie Geistliche und Gemeinden diesen Geist der Einheit leben, ist mir ein großer Trost. Ich schließe Sie in meine täglichen Gebete ein und bitte Sie, mich im Herrn zu gedenken, damit ich ein weiser Hirte für beide Herden sein kann. In der Vorfreude darauf, Sie bald wiederzusehen, segne ich Sie von ganzem Herzen, im festen Glauben, dass auch Sie mich segnen werden“.
Dieses letzte Schreiben von Bischof Osorio Citora an Kardinal Rugambwa endet mit tröstlichen Worten der Hoffnung und des Vertrauens in den Herrn. Kardinal Rugambwa schließt mit der Einladung an alle, „für unseren Bruder Bischof Osorio zu beten, damit der barmherzige Herr ihn belohne und ihn in sein himmlisches Zuhause aufnehme.“
(AP) (Fides 10/6/2026)


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