N’Djamena (Fides) – Flugzeuge der tschadischen Streitkräfte haben nigerianische Dschihadisten der Boko-Haram am Ufer des Tschadsees angegriffen, wobei es zivile Opfer gab.
Lokalen Quellen zufolge wurden bei den Bombenangriffen mehrere Dutzend Fischer getötet, die – mit der Erlaubnis der Dschihadisten – weiterhin ihre Netze im See auswarfen, der an Tschad, Niger und Nigeria grenzt. Mindestens 40 Fischer werden vermisst.
Die Luftangriffe, die seit dem 8. Mai andauern, sind eine Reaktion auf einen Angriff der Dschihadisten auf tschadische Soldaten am 4. Mai, bei dem 23 Soldaten getötet wurden. Am 6. Mai starben bei einem weiteren Gefecht am Ufer des Tschadsees mindestens 27 Menschen, darunter 11 Soldaten und 16 Dschihadisten.
Neben der Präsenz von Dschihadisten rührt die Instabilität in der Tschadseeregion von Konflikten zwischen Bauern und Hirten her, die weite Gebiete im Süden, Zentrum und Osten des Landes betreffen. Insbesondere Mitglieder der Zaghawa-Volksgruppen werden beschuldigt, das Vieh der lokalen Bevölkerung in der Seeregion zu plündern, wobei sie angebliche von hochrangigen Armeeangehörigen geschützt werden. Die Angriffe auf tschadische Soldaten werden mutmaßlich nicht nur von Dschihadisten, sondern auch von lokalen Hirten verübt, deren Vieh gestohlen wurde.
Schätzungen von Analysten zufolge haben Konflikte zwischen Bauern und Hirten zwischen 2021 und 2024 über tausend Tote und etwa zweitausend Verletzte gefordert.
Am Ende des Regina Caeli-Gebets hat Papst Leo XIV. an diesem Sonntag an die Unsicherheit in mehreren Sahelstaaten erinnert. „Mit Besorgnis habe ich die Nachrichten über die zunehmende Gewalt in der Sahelzone zur Kenntnis genommen, insbesondere im Tschad und in Mali, die von den kürzlich erfolgten Terroranschlägen betroffen sind. Ich versichere den Opfern mein Gebet zu und bin in Gedanken bei all jenen, die leiden. Ich ersehne das Ende jeder Form von Gewalt und unterstütze alle Bemühungen um Frieden und Entwicklung in diesem geschätzten Land“, so der Papst wörtlich.
(L.M.) (Fides 11/05/2026)