LEO XIV. IN AFRIKA - Der Papst am Ende seiner langen Afrikareise: “Setzt die Mission der ersten Jünger Jesu voll Freude fort“

Donnerstag, 23 April 2026

VaticanMedia

Malabo (Fides) – „Wie in den ersten Jahrhunderten der Kirche ist Afrika gerufen, heute einen entscheidenden Beitrag zur Heiligkeit und zum missionarischen Charakter des christlichen Volkes zu leisten“, mit Blick auf die Zeit der Apostel und die Zukunft verabschiedete sich Papst Leo mit seinen letzten Worten an die im Stadion von Malabo versammelten Gläubigen und vom gesamten Kontinent am Ende seiner ersten langen Reise als Bischof von Rom nach Afrika. Die Messe im Stadion von Malabo war der letzte Programmpunkt seines Besuchs in Äquatorialguinea. Vor seiner Rückkehr nach Rom bekräftigte Papst Leo, dass er Afrika „mit einem unschätzbaren Schatz an Glauben, Hoffnung und der Liebe“ verlasse: „Ein großer Schatz aus Geschichten, Gesichtern, freudigen und leidvollen Zeugnissen, die mein Leben und meinen Dienst als Nachfolger Petri in hohem Maß bereichern.“ Und er vertraute „euch alle, eure Familien, eure Gemeinschaften, eure Nation und alle afrikanischen Völker“ der Fürsprache der Jungfrau Maria an.
Zu Beginn seiner Predigt erinnerte Papst Leo an den schmerzlichen Tod des 39jährigen Generalvikars der Diözese Malabo, Pfarrers Fortunato Nsue Esono, der maßgeblich zu den Vorbereitungen des Papstbesuchs beigetragen hatte. Er starb unerwartet am Freitag, 17. April, in seinem Wohnsitz in der Pfarrei Unserer Lieben Frau von Bisila im Stadteil Paraiso, wie aus einer offiziellen Erklärung der erzbischöflichen Kanzlei hervorgeht. Die Todesursache ist noch nicht bekannt. „Ich lade dazu ein, diesen Moment des Schmerzes im Geiste des Glaubens zu leben“, sagte der Papst, „und ich vertraue darauf, dass - ohne sich von voreiligen Kommentaren oder Schlussfolgerungen leiten zu lassen - die Umstände seines Todes vollständig aufgeklärt werden.“
In seiner letzten Predigt in Äquatorialguinea, die sich auf die Lesungen des Tages bezog, sprach Leo XIV. über den Umgang mit der Heiligen Schrift. „Alle biblischen Texte“, so der Papst, „offenbaren nämlich im Glauben ihren wahren Sinn, denn im Glauben wurden sie geschrieben und bis zu uns überliefert worden: Deshalb ist ihre Lektüre immer sowohl ein persönlicher als auch ein kirchlicher Akt, keine einsame oder bloß technische Übung. Zusammen lesen wir die Heilige Schrift als gemeinsames Gut der Kirche unter Anleitung des Heiligen Geistes, der ihre Entstehung inspiriert hat, und der apostolischen Tradition, die sie bewahrt und über die ganze Erde verbreitet hat.“
Im Schlussteil seiner Predigt erinnerte Leo XIV. daran, dass die lebendige Quelle der Sendung der Kirche die Erfahrung der unverdienten und vorausschauenden Liebe des Herrn ist: „Er liebt uns als Erster allezeit“, so der Papst, „Sein Wort ist für uns Evangelium, und wir haben nichts Besseres, das wir der Welt verkünden können. Diese Evangelisierung bezieht uns alle ein, seit unserer Taufe, die das Sakrament der Geschwisterlichkeit, das Bad der Vergebung und eine Quelle der Hoffnung ist. Durch unser Zeugnis wird die Verkündigung des Heils zur Tat, zum Dienst, zur Vergebung. Mit einem Wort: sie wird Kirche.“
Der Papst erinnerte schließlich an die einleitenden Worte des Apostolischen Schreibens „Evangelii Gaudium“ von Papst Franziskus: „Die Freude des Evangeliums erfüllt das Herz und das gesamte Leben derer, die Jesus begegnen“ und ermutigte „euch alle, die Kirche in Äquatorialguinea, die Mission der ersten Jünger Jesu voll Freude fortzusetzen“. „Lest gemeinsam das Evangelium“, schloss er, „und verkündet es mit Begeisterung, wie es der Diakon Philippus. Indem ihr gemeinsam Eucharistie feiert, bezeugt ihr mit eurem Leben den Glauben, der rettet damit das Wort Gottes zum guten Brot für alle werde.“
(Fides 23/4/2026)


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