SMA
Yokoè (Fides) – In Togo werden kognitive Störungen weiterhin unzureichend behandelt. Ihre Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen und ihrer Familien sind jedoch oft gravierend, darunter Verlust der Autonomie und soziale Isolation. Daher die Initiative der togoischen Provinz der Gesellschaft der Afrikamissionen (SMA) in Yokoè, die dort die neuropsychologische Klinik „Ahonhon Center“, auf den Weg brachte. „Der Name ‚Ahonhon‘ stammt aus Guingbé, einer lokalen Sprache, und bedeutet ‚Gehirn‘“, schreibt Charles Ayetan, von der Kommunikationsstelle des Symposiums der Bischofskonferenzen von Afrika und Madagaskar (SECAM) in einer Mitteilung, die Fides vorliegt. Das Zentrum liegt etwa fünfzehn Kilometer vom Zentrum von Lomé entfernt, in der Nähe der Krankenstation der Kleinen Schwestern der Heiligen Familie und der Pfarrei „St. Johannes der Täufer“, und ist Teil des Bemühens um eine Stärkung der spezialisierten Versorgung in Westafrika.
„Ursprünglich ging es darum, Jugendliche in schwierigen Situationen zu unterstützen, unabhängig davon, ob die Krise ihren Ursprung in den Eltern oder innerhalb der Familie hatte“, erklärt Pater Fabien Sognon, der erste Provinzial der SMA in Togo, gegenüber Fides. „Im Laufe der Zeit hat sich das Projekt weiterentwickelt. Angesichts des wachsenden Bedarfs konzentriert sich das Zentrum nun auf die Gesundheit des Gehirns im Allgemeinen. Heute behandelt es kognitive Störungen in allen Altersgruppen, darunter Gedächtnis-, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen bei Schülern sowie altersbedingte kognitive Defizite, einschließlich neurodegenerativer Erkrankungen wie Alzheimer und Demenz. Es bietet außerdem Unterstützung für Menschen, deren kognitive Funktionen durch eine Kopfverletzung oder einen Schlaganfall beeinträchtigt sind“.
Zielsetzung des „Ahonhon-Center sei es, „den Menschen in seinem tiefsten Sinne zu betreuen: sein Gehirn, seine Intelligenz, sein Gedächtnis, seine Identität und seine Menschlichkeit“, erklärte Direktor der Einrichtung Pater Jean-Paul Lawson. „Die Einzigartigkeit des Zentrums liegt in seinem integrierten Ansatz, der klinische Versorgung, Rehabilitation und Forschung vereint. Diese umfassende Vision betont ein tiefes Verständnis der Funktionsweise des Gehirns und evidenzbasierte Interventionen unter Berücksichtigung der lokalen kulturellen Gegebenheiten“, erläutert Pater Lawson.
Das Zentrum soll eine konkrete Antwort auf den Mangel an Versorgung für Menschen mit kognitiven Störungen in dem afrikanischen Land geben und wurde am vergangenen 11. April vom Apostolischen Nuntius in Togo und Benin, Erzbischof Ruben Dario Ruiz Mainardi, eingeweiht. Dieser dankte den Missionaren der Provinz von Togo für diese Initiative. Anwesend waren außerdem der derzeitige Provinzial von Togo, Pater Jean-Paul Kpatcha, und weitere Mitglieder der Gesellschaft der Afrikamissionen sowie Partner und Unterstützer des Projekts und die Handwerker und Arbeiter, die zum Bau des Gebäudes beigetragen haben.
Über seine eigentliche Mission hinaus ist das „Ahonhon Center“ ist Teil einer pastoralen Initiative im Rahmen des „Methusalem-Projekts“, das sich der Unterstützung älterer Menschen widmet. Das zum Zentrum gehörende „Methusalem-Haus“ bietet geistliche Begleitung, menschliche Unterstützung und therapeutische Betreuung und will der sozialen Isolation älterer Menschen entgegenwirken und ihre Rolle in der Gesellschaft stärken.
Mit dieser Einweihung des neuen Zentrums bekräftigen die Kirche und die Ordensprovinz der Gesellschaft der Afrikamissionen in Togo ihr Engagement im Gesundheitswesen, insbesondere im noch wenig erforschten Bereich der mentalen Gesundheit, im Dienste der Menschenwürde und des Wohlergehens der Bevölkerung.
(AP) (Fides 20/4/2026)