Nairobi (Fides) – „Die verbale Unverschämtheit, die wir erleben, ist ein Indiz für etwas noch Besorgniserregenderes“, so der Vorsitzende der Kenianischen Bischofskonferenz (KCCB), Erzbischof Maurice Muhatia Makumba von Kisumu, in einer Botschaft, in der er seine Sorge über den starken Anstieg beleidigender Töne in politischen Debatten äußert.
Im Namen der Bischöfe des Landes erklärt Erzbischof Muhatia: „Wir sind zutiefst besorgt über die Entwicklungen im Land. Wir rufen zu Zurückhaltung und Anstand in der öffentlichen Debatte auf“. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz appelliert damit eindringlich an die politischen Führungskräfte des Landes und betont in diesem Zusammenhang die negativen Auswirkungen eines solchen Niveaus politischer Debatten auf junge Menschen und Kinder: „Die Kinder, die Ihnen zuhören, sind schockiert. Die Jugendlichen, die Ihnen zuhören, sind traumatisiert, weil sie in Ihnen den Zusammenbruch ihrer Hoffnungen auf die Führung des Landes sehen“. „Die Erwachsenen, die Ihnen zuhören, schämen sich. Sie repräsentieren unsere Generation sehr schlecht, und wir können uns kaum mit Ihnen identifizieren“, sagt der Vorsitzende der Bischofskonferenz.
„Wenn Sie sich öffentlich vor den Bürgern gegenseitig beleidigen, erweisen Sie nicht nur einander, sondern auch den Bürgern Respektlosigkeit. Das ist die Botschaft, die Sie uns senden. Nicht alles, was Ihnen in den Sinn kommt, sollte ausgesprochen werden“, betont er.
Bischof Muhatia hebt hervor, dass Politiker im Dienste des Volkes stehen sollten und bittet sie daher um Zurückhaltung, denn „dieses Land gehört mehr als 50 Millionen Kenianern, nicht nur Ihnen selbst.“
„Wir beten für Sie, dass Sie das Volk zu dem von Gott vorgezeichneten Ziel führen. Kenia ist von Gott geliebt, und wir erwarten von denen, die uns vertreten und unser Land zu Größe führen sollen, nur das Beste“, schließt Erzbischof Muhatia.
Die Bischöfe äußern sich in einem Kontext wachsender politischer Spannungen in Kenia. Mit Blick auf die Parlamentswahlen 2027 zeichnete sich ein zunehmender Trend zu aggressiver Rhetorik ab. Persönliche Angriffe, Verhöhnung des Aussehens von politischen Gegnern und Hassreden, sind in den politischen Debatten immer stärker zu beobachten.
Insbesondere die jüngsten öffentlichen Auseinandersetzungen zwischen Präsident William Ruto und seines ehemaligen Stellvertreters Rigathi Gachagua haben Kritik von religiösen Führern und mehr als 20 zivilgesellschaftlichen Gruppen hervorgerufen, die davor warnen, dass ein solches Verhalten die institutionelle Glaubwürdigkeit und den nationalen Zusammenhalt gefährdet.
(L.M.) (Fides 20/3/2026)