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Malabo (Fides) – Mit großer Spannung wird der Besuch von Papst Leo XIV. in Zentralafrika erwartet, der vom 21. bis 23. April stattfinden soll. Papst Johannes Paul II. hatte Äquatorialguinea im Jahr 1982 besucht und war dort mit Präsident Teodoro Obiang Nguema zusammengetroffen, was den Beginn einer neuen Ära in den Beziehungen zwischen Kirche und Staat markierte.
Fides bat Schwester Giusy Becchera (FMA) von den Don Bosco Schwestern, die in der Erzdiözese Malabo lebt und arbeitet, um einen Kommentar zur Lage vor Ort im Vorfeld des Papstbesuchs. „Die Kirche ist missionarisch und die Menschen sind sehr dankbar für die Rolle der Missionare und Missionarinnen in unserem Land, weil sie einzigartige Charismen und Erfahrungen mitbringen“, so Schwester Giusy. „Die Kirche hat ihre Türen weit geöffnet“, betont die Ordensschwester und hebt die Zusammenarbeit zwischen den Missionaren und Missionarinnen und der Regierung des Landes hervor. „Der Staat arbeitet mit den Bischöfen der Bischofskonferenz (ECEG) zusammen, um Schlüsselbereiche wie Bildung, Gesundheit und ethische Werte zu fördern und den sozialen Zusammenhalt zu stärken. Zahlreiche Vereinigungen, insbesondere der Verband der katholischen Schulen, arbeiten aktiv mit und tragen zum Erfolg der Bildungs- und Sozialaktivitäten bei. Es ist eine Art der Zusammenarbeit, die die kirchliche Mission zu einem lebendigen Teil der Gemeinschaft macht. Es handelt sich um eine echte Zusammenarbeit, die auf Vereinbarungen mit dem Heiligen Stuhl basiert, die die Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Gesundheitswesen und sozialer Zusammenhalt regeln“, betont Schwester Giusy.
Die Ordensschwester blickt auch zurück in die Geschichte und bestätigt die Lebendigkeit der Ortskirche, die trotz der Schließung der Kirchen von 1968 bis 1979 durch ihre Priester und Laien präsent und aktiv geblieben ist.
„Hier sind etwa 80-87 % der Bevölkerung katholisch“, erklärt Schwester Giusy, „Seit der ersten Verkündigung des Evangeliums in diesem Land gilt der Katechet als die ‚rechte Hand‘ des Priesters. Heute sind sie ‚Leiter‘, d. h. verantwortlich für die verschiedenen Gruppen in den Pfarreien, daher ist die Rolle der Laien und Laiinnen in unserer Kirche sehr wichtig und präsent. In der Region ist die Präsenz der Claretiner Missionare (Söhne des Unbefleckten Herzens der seligen Jungfrau Maria auch Herz-Maria-Missionare genannt) nach wie vor bedeutend, die seit ihrer Ankunft im Jahr 1883 als erste Verkünder des Evangeliums im Land gelten. Zwar waren vor ihnen bereits andere Missionsorden in der Region tätig, doch mussten sie aufgrund von Epidemien wieder abreisen. Die Claretiner Missionare überwanden diese Hindernisse, blieben im Land und sind bis heute aktiv“.
„Wir sind als Don Bosco Schwestern derzeit an drei Standorten vertreten, zwei in Malabo und einer in Mongomo“, so die Ordensfrau weiter. „An beiden Orten haben wir einen Kindergarten und eine Grundschule, ein Berufsbildungszentrum, ein Oratorium und in Malabo auch ein Gymnasium“. „Unser Engagement geht über die Schule hinaus“, bekräftigt sie, „Es reicht bis in die Vororte, zu benachteiligten Familien und Jugendlichen ohne Chancen, um ihnen eine Bildung zu ermöglichen, die nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Würde, Selbstständigkeit und Zukunftsperspektiven. Jede Kompetenz, die im Leben junger Menschen wächst, ist ein Samenkorn, das nicht nur in ihrem Leben, sondern auch in ihren Familien und in der Gesellschaft wächst. Aus diesem Grund gibt es viele ehemalige Schüler, die sich in der Gesellschaft Äquatorialguineas engagieren und uns dabei unterstützen, den Traum von Don Bosco zu verwirklichen: wir brauchen ‚Gute Christen und ehrliche Bürger‘“.
„Bei unseren Aktivitäten werden wir auch immer von unseren Mitarbeitenden und Gruppenbetreuern unterstützt, die wir im Laufe der Jahre nach dem Charisma der Salesianer Don Boscos ausgebildet haben“, betont die Missionarin abschließend, „Wir arbeiten zudem mit verschiedenen Gruppen der Ordensfamilie der Salesianer Don Boscos zusammen, die uns bei den verschiedenen Aktivitäten helfen, das Charisma unseres Gründers bekannt zu machen“.
Die Don Bosco Schwestern in Äquatorialguinea gehören zur Ordensprovinz „Maria Domenica Mazzarello”, zu der auch Kamerun, Gabun, die Republik Kongo und der Tschad gehören. Sie widmen sich der Erziehung, Bildung und der Arbeit mit Jugendlichen und folgen dabei dem Charisma des Heiligen Johannes Bosco und der Heiligen Maria Domenica Mazzarello.
(AP) (Fides 4/3/2026)
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