ASIEN/INDIEN - Oberstes Gericht bestätigt Beisetzung von Verstorbenen aller Religionsgemeinschaften auf öffentlichen Friedhöfen

Samstag, 21 Februar 2026

Raipur (Fides) – „Dieses Urteil ist ein grundlegender Fortschritt im Hinblick auf den Schutz der Würde der Verstorbenen und der Achtung der religiösen und kulturellen Rechte christlicher Gemeinschaften“, so das ökumenische „United Christian Forum (UCF)“ in einem Kommentar zum Urteil des Obersten Gerichtshofs, das der Praxis der illegalen Exhumierung – also der Ausgrabung Verstorbener aus ihren Gräbern – in Chhattisgarh ein Ende setzt.
Das Gericht urteilte, dass alle Bürgerinnen und Bürger, unabhängig von ihrer ethnischen Zugehörigkeit und Religion, das Recht haben, ihre Toten auf öffentlichen Friedhöfen zu bestatten, und betonte die strafrechtlichen Konsequenzen für diejenigen, die sich dem widersetzen. Die illegale Exhumierung wurde von Personen durchgeführt, die sich der Ausbreitung des christlichen Glaubens in einigen Dörfern im Süden des Bundesstaates widersetzten und die Anwesenheit christlicher Verstorbener nicht tolerieren wollten.
Im Dezember 2025 erließ ein Gericht nach einer Beschwerde lokaler Anwälte und Ärzte eine einstweilige Verfügung, die die Exhumierung von in Chhattisgarh begrabenen Leichen umgehend aussetzte.
Die Beschwerde enthielt detaillierte Angaben zu den illegalen Exhumierungen und den schrecklichen Umstände, denen christliche Familien in den betroffenen Dörfern ausgesetzt sind, wo ihre verstorbenen Angehörigen gewaltsam von den Gemeinschaftsfriedhöfen entfernt werden. Friedhöfe, die traditionell allen Dorfbewohnern offenstanden, wurden inoffiziell bestimmten Religionsgruppen vorbehalten, wodurch Christen faktisch ausgeschlossen wurden und gezwungen waren, ihre Toten bis zu 50 Kilometer von ihren Heimatorten entfernt zu bestatten.
Die Beschwerde bemängelte zudem, dass die örtliche Polizei und die Behörden christliche Familien nicht vor dieser Diskriminierung geschützt hätten, und forderte den Staat zum Eingreifen auf, um sicherzustellen, dass Friedhöfe gemeinschaftlich genutzt werden, um den sozialen und religiösen Frieden zu wahren.
„Das Urteil des Gerichts ist nun eindeutig, und die Regierung von Chhattisgarh muss es umsetzen, um weiteres Leid für trauernde Familien zu verhindern und die verfassungsmäßigen Rechte zu verteidigen“, erklärte Michael Williams, Präsident des UCF, in einer Mitteilung, die Fides vorliegt.
Das „United Christian Forum“ verzeichnete im Jahr 2025 insgesamt 23 Vorfälle im Zusammenhang mit Bestattungen und stellte ein „systematisches Muster von Einschüchterung, Gewalt und Diskriminierung gegen Angehörige indigener Christen“ fest.
(PA) (Fides 21/2/2026)


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