AFRIKA/NIGER - Angriff auf den Flughafen von Niamey: Junta beschuldigt die Präsidenten Frankreichs, Benins und der Elfenbeinküste

Freitag, 30 Januar 2026

Niamey (Fides) – Wie aus einer offiziellen Bilanz des Angriffs auf den Flughafen „Diori Hamani“ in Niamey in der Nacht vom 28. auf den 29. Januar (vgl. Fides 29/1/2026) hervorgeht, wurden mindestens 20 Angreifer getötet, 11 gefangen genommen und 4 nigerianische Soldaten verletzt.
Bislang hat keine der beiden Dschihadistengruppen, die als Hauptverdächtige gelten, nämlich die mit Al- Kaida in Verbindung stehende Gruppe zur Unterstützung des Islam und der Muslime (Jama'a Nusrat ul-Islam wa al-Muslimin, JNIM) und der Islamische Staat in der Sahelzone (Ètat islamique du Sahel, EIS), die Verantwortung für den Angriff übernommen.
Der Chef der Militärjunta, die am 26. Juli 2023 durch einen Staatsstreich an die Macht gekommen war, General Abdourahamane Tiani, beschuldigte unterdessen Frankreich, Benin und die Elfenbeinküste in Person ihrer jeweiligen Präsidenten, die Anstifter des Angriffs zu sein. „Wir erinnern die Unterstützer dieser Söldner, darunter Emmanuel Macron, Patrice Talon und Alassane Ouattara, daran: Wir haben genug von ihren Beschwerden gehört, jetzt müssen auch sie sich darauf vorbereiten, uns zuzuhören“, erklärte Tiani.
Der Chef der Militärjunta dankte Russland hingegen für die Unterstützung der lokalen Sicherheitskräfte bei der Abwehr des Angriffs: „Wir gratulieren allen Verteidigungs- und Sicherheitskräften sowie unseren russischen Partnern, die den ihnen anvertrauten Sicherheitsbereich professionell verteidigt haben.“ Das staatliche Fernsehen zeigte die Leichen der mutmaßlichen Angreifer, unter denen sich angeblich auch ein Franzose befindet.
Die Angreifer griffen den Militärflügel des Flughafens, also die Militärbasis 101, mit Mörsern und möglicherweise auch mit Drohnen an. Auf Satellitenbildern sind Schäden an den Dächern einiger Militärhangars zu sehen. Unterdessen sind in der Basis 101 mindestens tausend Tonnen Uranoxid („Yellowcake“) gelagert, das Gegenstand eines internationalen Rechtsstreits zwischen dem französischen Bergbaukonzern „Orano“ und den nigrischen Behörden ist, nachdem diese das aus der Mine von Arlit geförderte Mineral beschlagnahmt hatten.
Es ist unklar, ob das Ziel die Uranladung war, die auf die Lieferung an einen offiziell unbekannten Käufer wartet, der laut journalistischen Recherchen jedoch Russland sein soll. Interessant ist, dass laut einigen journalistischen Quellen der ursprüngliche Exportplan über Benin nach dem gescheiterten Putschversuch gegen Präsident Patrice Talon am 7. Dezember (vgl. Fides 9/12/2025) gestoppt wurde. Talon wird nun von den nigrischen Behörden zusammen mit seinen französischen und ivorischen Amtskollegen beschuldigt, zu den Drahtziehern des Angriffs auf den Flughafen zu gehören.
(L.M.) (Fides 30/1/2026)


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