Conferenza Episcopale del Mozambico
Maputo (Fides) – Mosambik erlebt derzeit eine der schlimmsten Überschwemmungen der letzten Jahre, von der über 600.000 Menschen betroffen sind, mehr als die Hälfte davon Kinder. Über 50.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen und wurden in 62 Notunterkünften untergebracht, von denen viele überfüllt sind. Laut UNICEF könnte dies der Beginn einer noch größeren und schlimmeren Katastrophe sein, da dem Land die jährliche Zyklonsaison bevorsteht.
„Das Problem der Überschwemmungen hat sich mit der Öffnung der vier Schleusen des Massingiri-Staudamms in der Provinz Gaza weiter verschärft. Es ist, als hätte man ein Meer in einer Stadt geöffnet. Alles wurde überflutet. Die Verantwortlichen hätten zuerst einen Abflusskanal finden müssen, um der Bevölkerung so wenig Schaden wie möglich zuzufügen“, berichtet eine Comboni-Missionarin, die in Maputo tätig ist, gegenüber Fides. „Die Menschen sind erschöpft“, fährt Schwester Maria fort, „sie sterben an Hunger, Armut, Naturkatastrophen und Krankheiten... Wir haben keine Medikamente mehr, weil der Lkw des Gesundheitsministeriums stecken geblieben ist. Die Straße von Süden nach Norden ist unterbrochen, man kann nicht passieren, es gibt meterbreite Schluchten! Und ich frage mich, warum sie die Medikamente nicht per Flugzeug oder mit Booten schicken?“.
„Es fehlen auch die Medikamente für die Diabetiker, die ich täglich betreue“, betont die Missionarin, die sich im Krankenhaus, das den gesamten Norden Mosambiks versorgt, um Herzpatienten kümmert. „Ich habe den Leiter des Vorratslagers angerufen und ihn gebeten, andere Wege zu finden, um die Medikamente zu transportieren, und nicht zu lange zu zögern. Aber es wird kommen, wie es der Herr will. Ich bin es leid, die Menschen leiden zu sehen. Jeden Tag bringen sie Kinder in sehr besorgniserregendem Zustand. Ein Junge kam und sagte zu mir: Schwester, ich bin allein gekommen, weil mein Vater die Straße nicht überqueren kann, da die Brücke durch das Wasser eingestürzt ist und man mit dem Kanu nicht vorbeikommt. Ich antwortete ihm, dass es gut war, dass er gekommen ist. Aber was wird aus all den anderen? Wir brauchen Gottes Hilfe“, schließt die Ordensfrau.
Angesichts der Verwüstungen, die weiterhin verschiedene Regionen des Landes heimsuchen, hat unterdessen der Erzbischof von Maputo, Joao Carlos Hatoa Nunes, eine Solidaritätsbotschaft an die betroffenen Familien gesandt und zu Gebet, Hilfsbereitschaft und konkretem Engagement der Kirche und der Gesellschaft aufgerufen. In der von der Mosambikanischen Bischofskonferenz veröffentlichten Botschaft beklagt der Prälat die besonders schmerzliche Zeit, die das Land durchlebt, und erklärt, dass er sich als Hirte der Kirche berufen fühlt, Worte des Trostes, der Verbundenheit und der Ermutigung zu sprechen, wobei er betont, dass „der Schmerz unseres Volkes real und konkret ist und nach Mitgefühl schreit“.
Der Erzbischof ruft zur geistigen und menschlichen Einheit auf und bittet um Kraft für diejenigen, die alles verloren haben, und um Mut für diejenigen, die sich der Hilfe für die Opfer widmen. Er erinnert auch daran, dass der christliche Glaube sich nicht auf äußere Gesten beschränkt, sondern Zuhören, Unterscheidungsvermögen und verantwortungsbewusstes Engagement für die Schwächsten und die Sorge um das gemeinsames Haus erfordert. Erzbischof Nunes warnt außerdem davor, spaltende Diskussionen mit fruchtlosen Anschuldigungen zu führen, und ruft stattdessen zu einer Zeit des Bewusstseins, der Umkehr und des Engagements auf, in der der Glaube in konkrete Gesten der Liebe und Solidarität umgesetzt wird. In diesem Zusammenhang verweist er auf die Hilfsaktion der Erzdiözese Maputo und ermutigt Pfarreien und Gemeinden, sich anzuschließen, um das Leid der Schwächsten zu lindern. Neben der Soforthilfe erinnert er an die Verantwortung für die Sorge um das gemeinsame Haus und den Wiederaufbau von Beziehungen, damit Mosambik solidarischer und besser auf künftige Katastrophen vorbereitet wird, im Vertrauen auf den Schutz Gottes und die Kraft der Hoffnung. Der Prälat rief dazu auf, den vielen Menschen zu helfen, die ihre Häuser, ihren Besitz und sogar Familienangehörige verloren haben und einen der schmerzhaftesten Momente der letzten Zeit durchleben.
Mosambik ist ein Land der Kinder und Jugendlichen. Mehr als 17 Millionen Menschen sind unter 18 Jahre alt, und das Durchschnittsalter liegt bei nur 17 Jahren. UNICEF fordert, so schnell wie möglich zu handeln, um das Schlimmste zu verhindern.
(AP) (Fides 21/1/2026)