AFRIKA/NIGERIA - Zwei Ordensleute im Bundesstaat Plateau entführt: Inwieweit ist der Bankensektor an Lösegeldzahlungen beteiligt?

Montag, 5 Februar 2024 entführungen   priester  

Abuja (Fides) - Zwei Claretiner-Missionare (Söhne des unbefleckten Herzens der seligen Jungfrau Maria, CMF) wurden in der Nacht zum 1. Februar im Bundesstaat Plateau in Zentralnigeria von bewaffneten Männern entführt.
Es handelt sich um Pater Ken Kanwa, Pfarrer der Gemeinde „St. Vincent De Paul Fier“ in der Diözese Panshin im Bundesstaat Plateau, und seinen Assistenten Pater Jude Nwachukwu.
Seit einiger Zeit ist die Geißel der Entführung durch Erpressung in ganz Nigeria weit verbreitet. Priester und Ordensleute werden entführt, aber auch viele andere einfache Bürgerinnen und Bürger.
Nach Berichten in der nigerianischen Presse wurden zwischen Juli 2022 und Juni letzten Jahres insgesamt 3.620 Menschen in 582 Entführungsfällen entführt. Es wird geschätzt, dass insgesamt mindestens 5 Milliarden Naira Lösegeld gefordert wurden, von denen mindestens 302 Millionen Naira auch tatsächlich gezahlt wurden.
Ein kriminelles Phänomen, an dem die Banken, über die die meisten Lösegelder gezahlt werden, auf höchster Ebene beteiligt sind. Wie in einem Artikel in der Tageszeitung „The Nation“ berichtet wird, gibt es in Nigeria 133 Millionen Kontoinhaber, von denen fünf Millionen gefälscht sind. Die Banken verwenden gestohlene Personalausweise von Verstorbenen, um Konten zu eröffnen, die von Entführern genutzt werden, um Lösegeldzahlungen zu erhalten.
(L.M.) (Fides 5/2/2024)


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