ASIEN/NAHER OSTEN - Advent in Zeiten des Krieges: Christliche Gemeinden verzichten auf Feiern und Beleuchtung

Samstag, 9 Dezember 2023 advent   weihnachten   krisengebiete   kriege  

abbuona.org

Bethlehem (Fides) - Für viele christliche Gemeinden in den Ländern des Nahen Ostens ist die Vorweihnachtszeit dieses Jahr geprägt vom Schmerz und der Angst vor der Gewalt, die im Heiligen Land wieder ausgebrochen ist. Es mehren sich nun auch die äußeren Anzeichen dafür, dass während viele Getaufte in diesem Jahr auf die Geburt Jesu warten, der das Licht bringt, in einer dunklen, vom Bösen verwundeten Welt kein Platz für Dekorationen und Beleuchtungen ist.
Bereits seit November haben die Kirchen und Gemeinden von Bethlehem und Ramallah angekündigt, aus Solidarität mit den Menschen im Gazastreifen alle Momente des Zusammenseins abzusagen, die normalerweise der Weihnachtszeit vorausgehen und sie begleiten. Die Patriarchen und Kirchenoberhäupter in Jerusalem haben die kirchlichen Gemeinschaften gebeten, die liturgischen Feierlichkeiten zu begehen, ohne sie mit Festen und Feiern zu begleiten und dabei Spenden für die Menschen in Gaza zu sammeln.
Der evangelische Pastor in Bethlehem, Munther Ishaq, hat in seiner Kirche eine Weihnachtskrippe inmitten von Schutt, abgebrochenen Ästen und Trümmern, übersät mit Ikonen und Kerzen, aufgestellt, um die Verwüstung zu symbolisieren, die die Bombardierungen in Gaza angerichtet haben. "Die Botschaft ist, dass Gott auch in diesem Schmerz mit uns ist", sagte Munther Ishaq der türkischen Nachrichtenagentur „Anadolu“.
In einem am Dienstag, den 5. Dezember, unterzeichneten Brief rief Bischof Hanna Jallouf, ein Franziskanerpater der Kustodie im Heiligen Land, der vor kurzem sein Amt als Apostolischer Vikar in Aleppo angetreten hat, Priester, Mönche und Ordensschwestern der Kirche in Syrien dazu auf, "aus Solidarität mit dem palästinensischen Volk, insbesondere im Gazastreifen, die Weihnachts- und Neujahrsfeiern in den Kirchen, Pfarreien und Klöstern einzuschränken". In dem Brief, der von der Website „abouna.org“ veröffentlicht wurde, schreibt der Bischof: "Angesichts der aktuellen Situation, die unser Land im Allgemeinen durchmacht, und in Solidarität mit dem Gazastreifen und dem palästinensischen Volk, das uns während des Krieges und des Erdbebens als erstes geholfen hat, bitte ich darum, die Weihnachts- und Neujahrsfeiern auf unsere Kirchen, Klöster und Pfarreien zu beschränken". Der Brief schließt mit dem Gebet, das Jesuskind möge "eure Herzen und Familien mit Frieden, Harmonie und Ruhe erfüllen. Allen wünsche ich ein gesegnetes, frohes neues Jahr. O Sohn der Krippe, bete für uns".
(GV) (Fides 9/12/2023)


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