AFRIKA/KENIA - Bischöfe fordern Bürger zur Impfung auf und verlangen Freigabe der Medikamente für die Behandlung von Aidskranken

Montag, 31 Mai 2021 bischöfe     aids   korruption  

Nairobi (Fides) - "Wir finden es äußerst traurig, dass Menschen, während unsere Kultstätten für die Öffentlichkeit geschlossen sind, jedes Mal, wenn der Lockdown verhängt wird, trotzdem ohne Einschränkungen auf Märkte und an andere öffentliche Orte gehen können", so die Bischöfe von Kenia in einer gemeinsamen Erklärung, in der sie beklagen, dass "einige derjenigen, die für die Durchsetzung des Gesetzes verantwortlich sind, die Gläubigen und ihre Kultstätten nicht respektieren". „Wenn ein Problem angegangen werden muss, muss dies auf menschliche Weise geschehen, mit größter Achtung und Sorgfalt für das Leben und die Würde eines jeden Menschen. Die Kultstätten sind heilig. Wir wünschen einen Weg des Dialogs im Umgang mit Problemen, anstatt rohe Gewalt und Einschüchterung."
Im vergangenen Herbst wurden bei Zusammenstößen im Zusammenhang mit der Durchsetzung der Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 von der Polizei mindestens 15 Menschen getötet.
Die Bischofskonferenz erinnert daran, dass „wir als Kirche unsere Bereitschaft zur Zusammenarbeit bei der Umsetzung der Covid-19-Regeln und -protokolle bewiesen haben. Wir haben uns weiterhin an die Richtlinien des Interreligiösen Rates gehalten, um unsere Gotteshäuser sicher zu machen“.
Die Bischöfe laden die Kenianer zur Einhaltung der Protokolle zur Eindämmung von Covid-19 ein und fordern die Bevölkerung auf, sich impfen zu lassen. "Impfungen“, so heißt es in der Erklärung „gehören zu den Maßnahmen, die ergriffen wurden, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen." „Wir fordern die Regierung auf, die Sicherheit der an Kenianer verabreichten Impfstoffe zu gewährleisten“, so die Bischöfe in diesem Zusammenhang, „Der Beschaffungsprozess für Impfstoffe sollte so transparent und verantwortungsbewusst wie möglich sein, da sich dieses Land eine weitere Veruntreuung von Ressourcen zur Eindämmung von Covid-19 nicht leisten kann. Nach unserer Ansicht ist die Korruption gleichzusetzen mit einer weiteren Pandemie, die unser Land heimsucht“.
Schließlich fordert die Bischofskonferenz auch die dringende Freigabe der Verteilung antiretroviraler Medikamente (ARVs) an Menschen, die vom HIV/AIDS-Virus betroffen sind. Diese Medikamente, die von der United States Development Agency zur Verfügung gestellt wurden, werden aufgrund des Anspruchs der Steuerbehörden auf Zahlung von Einfuhrsteuern in Zolllagern festgehalten.
(L.M.) (Agenzia 31/5/2021)


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