ASIEN/MYANMAR - Katholische Ordensfrau rettet jugendliche Demonstranten: Kardinal Bo wünscht eine “Verwandlung” des Landes

Montag, 1 März 2021 frieden   gebet   prophezeiung   schwestern     politik   zivilgesellschaft   ortskirchen  

Myitkyina (Fides) - Eine katholische Ordensfrau ging in der Stadt Myitkyina, der Hauptstadt des Bundesstaates Kachin im Norden von Mynamar, auf die Straße und bat die Sicherheitskräfte, keine jungen Demonstranten zu erschießen, die friedlich protestieren. Schwester Ann Nu Thawng von der Kongregation des heiligen Franz Xaver in der Diözese in Myitkyina, wurde damit zur Heldin des gestrigen 28. Februar der durch das harte Vorgehen der birmanischen Polizei gekennzeichnet war, die nach Angaben der Vereinten Nationen im ganzen Land 18 Menschen bei Demonstrationen tötete und über 30 Verletzungen zufügte.
"In der Region Myitkyina waren die Demonstrationen bisher immer friedlich und ohne Zwischenfälle. Aber gestern drohten Ausschreitungen zu einer Zuspitzung der Situation zu führen", so der Katholik Joseph Kung Za Hmung, Herausgeber des "Gloria News Journal", der ersten katholischen Online-Zeitung in Myanmar. "Das Vorgehen der Ordensfrau und die Reaktion der Polizei, die, als sie die Ordensfrau sah, aufhörte, überraschte viele von uns. Schwester Ann ist heute ein Vorbild für die Vertreter der Kirche: Bischöfe und Priester sind aufgerufen, ihre Komfortzonen zu verlassen Zonen und sich ein Beispiel an ihrem Mut zu nehmen ". Auch viele Nichtkatholiken lobten den mutigen Einsatz von Schwester Thawng, deren Eintreten in den sozialen Medien viral ging. „Mehr als 100 Demonstranten konnten in ihrem Kloster Schutz finden. Sie hat sie vor brutalen Schlägen und Verhaftungen durch die Polizei bewahrt", berichtet der Zeitungs-Direktor.
Auch Kardinal Charles Maung Bo, Erzbischof von Yangon, äußerte sich in seiner Predigt am zweiten Sonntag der Fastenzeit zur sozialen und politische Krise des Landes: "Das Evangelium der Verklärung ist so aktuell, dass es die Ereignisse dieser Tage widerspiegelt: welche Verklärung brauchen wir heute in Myanmar? Wenn wir uns darum bemühen, wird all die Verwirrung, all die Dunkelheit, all der Hass verschwinden und unser Land, das berühmte Land des Goldes, wird in ein Land des Friedens und des Wohlstands verwandelt."
"Im letzten Monat“, fuhr der Kardinal fort, „haben wir alle beschworen: Frieden ist der einzige Weg; Frieden ist möglich. Papst Franziskus hat um die Lösung aller Konflikte durch den Dialog gebeten. Wer Konflikte will, wünscht dieser Nation nichts Gutes". Kardinal Bo betete für das Land, das "so viel Leid, so viel Krieg, so viele Tote gesehen hat" und sagte: "Wie Abraham suchen wir ein verheißenes Land. Das verheißene Land kommt, wenn wir bereit sind, das zu opfern, was wir für wichtig halten".
"Umkehr ist die zentrale Botschaft der Fastenzeit“, so Kardinal Bo abschließend, „Fordern wir uns selbst heraus. Sehen wir uns in einem besseren Licht. Es gibt eine neue mögliche Welt, ein neues mögliches Myanmar, ein Land ohne Konflikte ist möglich, wenn dieses Land sich verwandelt und die Herrlichkeit erlangt, die es verdient. Machen wir Frieden zu unserem Schicksal, nicht Konflikte. Waffen sind nutzlos. Wir müssen uns mit Versöhnung und Dialog rüsten. Myanmars Berg Tabor muss mit Geduld und Toleranz bestiegen werden, wenn wir Zeuge der Verklärung werden wollen".
Mit einem Putsch übernahm die birmanische Armee übernahm am 1. Februar die Macht und erklärte einen einjährigen "Ausnahmezustand" und wirft der Nationalen Liga für Demokratie Wahlbetrug vor, deren Vorsitzende Aung San Suu Kyi sie verhaften ließ.
(PA-SD) (Fides 1/3/2021)


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