AFRIKA/ÄGYPTEN - Koptische Kirche: Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem gefährdet Stabilität

Mittwoch, 6 Dezember 2017 mittlerer osten   heilige stätten   ostkirchen    

Kenes Christian Tours

Kairo (Fides) - Der mögliche Transfer der US-Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem hätte "negative Konsequenzen" nicht nur für die brüchige Stabilität im Nahen Ostens, sondern auch für die gesamte Welt, heißt es in einer Verlautbarung der koptisch-orthodoxen Kirche vom gestrigen, Dienstag, den 5. November. Laut der koptisch-orthodoxen Kirche muss "der rechtlichen Status Jerusalems geschützt werden". Dabei erinnert die Verlautbarung an die UN-Resolutionen zur Heilige Stadt. Die Entscheidung Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen widerspricht nach Ansicht des koptisch-orthodoxen Patriarchats allen internationalen Konventionen und würde alle Versuche zunichte machen die Konflikte durch Dialog und die Suche gemeinsamen Lösungen zu überwinden.
Erst in den letzten Jahren (vgl. Fides 26/4/2016) hat die wachsende Präsenz koptisch-orthodoxer Pilger aus Ägypten in der Heiligen Stadt dazugeführt das Besuchsverbot für Jerusalem rückgängig zu machen, das der damalige Patriarch Shenuda III. seinen Gläubigen 1979 auferlegt hatte. In den Jahren der Radikalisierung des arabisch-israelischen Konflikts hatte der koptische Patriarch Shenuda III. (1923-2012) den Gläubigen seiner Kirche die Pilgerfahrt in den jüdischen Staat verboten und auch nach der Normalisierung der Beziehungen zwischen Ägypten und Israel seine Position nicht geändert. Dieses Verbot wurde nie formell widerrufen, aber bereits im Jahr 2014 waren neunzig koptischen Christen anlässlich der Karwoche in das Heilige Land gepilgert.
Zu einem Anstieg der Wallfahrten der Kopten ins Heilige Land trug auch eine Reise des Patriarchen Tawadros II. nach Jerusalem bei, der dort im November 2015 am Begräbnisses des koptisch-orthodoxen Erzbischofs Abraham teilgenommen hatte. (GV) (Fides 6/12/2017).


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