ASIEN/IRAK - Bischöfe warnen vor “Internationalisierung” des Unabhängigkeitskonflikts in Kurdistan

Dienstag, 3 Oktober 2017 mittlerer osten   ostkirchen     sektierertum  

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Erbil (Fides) – Mögliche Konflikte im Zusammenhang mit dem Unabhängigkeitsreferendum in der nordirakischen Provinz Kurdistan können nur verhindert werden, „wenn man sich um ernsthafte Verhandlungen bemüht“. Die Auseinandersetzungen zwischen der Regierung in Bagdad und der Regionalregierung in Erbil dürfen nicht „internationalisiert“ werden. Insbesondere sollten Christen sich von den gegnerischen Parteien nicht instrumentalisieren lassen. Auf jeden Fall müsse verhindert werden, dass Spaltungen zu einer territorialen Zergliederung in der Niniveh-Ebene führen, die vorwiegend von irakischen Christen besiedelt ist. Dies betonten die Bischöfe der christlichen Kirchen in Kurdistan in einer am Sonntag, den 1. Oktober veröffentlichten gemeinsamen Erklärung zur Situation nach dem Unabhängigkeitsreferendum in der Autonomen Provinz. Die Bischöfe wünschen sich eine „interne Lösung“ des Konflikts und befürchten, dass das Eingreifen ausländischer Kräfte zusätzliches Leid unter der Bevölkerung verursachen würde.
Die Unterzeichner der gemeinsamen Erklärung danken der Regionalregierung in Kurdistan für die Aufnahme der christlichen Flüchtlinge, die seit 2014 nach dem Vormarsch des IS aus Mossul und der Ninive-Ebene fliehen mussten. “Zweifelsohne”, heißt es in der Verlautbarung, “dürfen wir nicht vergessen, was unsere Brüder und Schwestern in Kurdistan für die Aufnahme der Flüchtlinge getan haben”. Doch gleichsam warnten sie davor, dass Christen bei Konflikten instrumentalisieren lassen, da sie besonders verletzlich seien, angesichts der Tatsache, dass ihre Zukunft und ihr Verbleib in der Region nicht gewiss seien. In diesem Zusammenhang wünschen sich die Bischöfe vor allem die territoriale Einheit der Niniveh-Ebene und die Überwindung von Konflikte zwischen Bagdad und Erbil, die zu einer möglichen Zergliederung führen könnten.
Unterzeichnet ist die Erklärung unter anderen von Bashar Warda (chaldäischer Erzbischof von Erbil), Nicodemus Daoud Sharaf (syrisch-orthodoxer Erzbischof von Mossul), Timotheus Musa al Shamani (syrisch-orthodoxer Bischof des Klosters Mar Matti) und Rabban al Qas (chaldäischer Bischof von Zakho und Amadya).
(GV) (Fides 3/10/2017).


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