ASIEN/IRAK - Unabhängigkeitsreferendum in der Region Kurdistan: Christen sind uneinig

Montag, 25 September 2017   kurden   mittlerer osten   sektierertum   religiöse minderheiten   ethnische minderheiten  

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Erbil (Fides) – Die chaldäische Kirche ist “nicht verantwortlich” für die Positionen von Parteien, Organisationen und bewaffneten Gruppen, die von Vertretern lokaler Gemeinden angeführt werden. In der schwierigen Phase, in der sich der Irak befinde, heißt es in einer Erklärung des Patriarchats “ist jeder persönlich für die eigenen Erklärungen und Aktionen verantwortlich” und “Stellungnahmen einzelner Vertreter christlicher Gemeinden sind nicht binden für die anderen Getauften im ganzen Land von Bassora bis Zakho”.
Am heutigen 25. September zählen die Behörden der Autonomen Region Kurdistan die Stimmen des Unabhängigkeitsreferendums, das von der Autonomen Region ausgerufen wurde. Das chaldäische Patriarchat fordert am Rande des Referendums zu einem “mutigen Dialog”, der das Wohl der Menschen erhalten soll, “die durch Kriege und Gewalt in den vergangenen Jahren viel Leid erfahren mussten”.
Im Vorfeld des Referendums hatten die Behörden der Autonomen Region Kurdistan aktiv um die Unterstützung christlicher Gruppen geworben: der Oberster Rat für das Referendum hatte bei einer Pressekonferenz am gestrigen Sonntag, den 24. September ein Dokument mit 16 Punkten vorgelegt, in dem sich die Behörden zum Schutz von persönlichen und gemeinschaftlichen Rechten aller Komponenten des Kurdistan verpflichten. Das Dokument, das ethnischen, religiösen und kulturellen Pluralismus in der kurdischen Gesellschaft garantiert sieht auch eine Dezentralisierung der Verwaltung für die Turkmenen, Jesiden und Christen bewohnten Gebieten vor. Das Dokument soll vom unabhängigen Parlament des Kurdistan gebilligt werden und stellt zudem die Bekämpfung von Diskriminierung auf ethnische und religiöser Basis vor. Außerdem will der neue Staat alle internationalen Konventionen zum Schutz ethnischer, linguistischer und religiöser Gruppen unterzeichnen.
Politische Parteien und Organisationen, die von Vertretern der assyrischen, chaldäischen und syrischen Gemeinden angeführt werden äußerten sich unterschiedlich zu dem Dokument. Das “Assyrian Democratic Movement” bekräftigt, dass die Garantien für einen tatsächlichen Schutz der religiösen und ethnischen Gruppen nicht ausreichen. Vertreter christlicher Parteien, die das Referendum befürworten dankten unterdessen dem Präsidenten der Autonomen Region Kurdistan. Kurdistan, für die Berücksichtigung ihrer Forderungen im Hinblick auf die künftige Verwaltung der von Christen bewohnten Gebiete.
(GV) (Fides 25/9/2017).


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