AFRIKA/SÜD-SUDAN - “Tausende Frauen, Mädchen und Männer Opfer der Kriegsvergewaltigungen“ zeigt Amnesty International an

Dienstag, 25 Juli 2017 gewalt  

Juba (Fidesdienst) – Vorsätzliche sexuelle Gewalt in großem Umfang gegen über tausenden Frauen, Mädchen und Männern, wobei die Opfer, nach ethnischen Kriterien ausgewählt wurden: Das bringt Amnesty International in einem Bericht über sexuelle Gewalttaten in Süd-Sudan zur Anklage. Der Bericht stützt sich auf Interviews mit 168 Vergewaltigungsopfern im Süd-Sudan sowie in den Flüchtlingslagern in Uganda. Der Süd-Sudan ist seit Dezember 2013 durch den Bürgerkrieg aus der Bahn geraten, in dem Präsident Salva Kiir und Ex-Präsidenten Riek Machar sich als Kontrahenten gegenüber stehen. Der Krieg hatte von Anfang an einen ethnischen Konflikt zwischen den Dinka (Ethnie des Präsidenten) und Nuer (Ethnie Machars) als Merkmal. Dem Amnesty-Bericht zufolge - „Hüllt euch nicht in Schweigen“ benutzen alle Seiten des Konflikts die Vergewaltigung als Waffe, um die gegnerische Ethnie physisch und psychologisch zu zerstören.
Die Vergewaltigungen kommen nicht nur während der Kampfhandlungen vor, sondern auch in den Flüchtlingslagern, wo Millionen Menschen auf der Flucht vor dem Krieg sind. Im Bericht werden 16 Interviews mit Männern aufgezeigt, die bestätigen, dass sie kastriert wurden oder deren Hoden mit Nadeln gelöchert wurden.
„Die Angriffe scheinen dazu zu dienen, die Opfer zu terrorisieren, zu erniedrigen und zu beschämen und in einigen Fällen, um die Männer gegnerischer politischer Gruppen zeugungsunfähig zu machen“, so Amnesty International.
Nach einen im vergangenen Jahr veröffentlichten Bericht der UNO bestätigen 70% der in Flüchtlingslagern der UN in der Hauptstadt Juba aufgenommenen Frauen, seit Beginn des Krieges sexueller Gewalt ausgesetzt waren. (L.M.) (Fidesdienst 25/7/2017)


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