ASIEN/IRAK - Chaldäischer Patriarch: “Westliche Länder haben die Auswanderung von Christen ermutigt”

Montag, 3 Juli 2017 mittlerer osten   ostkirchen   flüchtlinge  

Bagdad (Fides) – Besonders schmerzlich war für christliche Gemeinden im Irak in den vergangenen Jahren, dass sie aus Mossul und der Niniveh-Ebene fliehen mussten, nachdem die Dörfer von den Milizen des Islamischen Staates (IS) die Dörfer evakuierten, wobei viele Familien „von den westlichen Ländern zur Auswanderung ermutigt wurden“. Daran erinnert der chaldäische Patriarch Louis Raphael Sako in einem Schreiben zum Fest des heiligen Apostels Thomas (3. Juli), an die Bischöfe, Priester, Ordensleute und Gläubigen. In seinem Schreiben lädt der Patriarch dazu ein, die Sendung der Kirche “unter den aktuellen schwierigen Umständen” unter theologischen Gesichtspunkten zu verstehen und ruft dabei zur Einheit im Bewusstsein davon auf, dass sich die christliche Glaubensgemeinschaft vor allem aus Laiengläubigen zusammensetzt, die selbst Verantwortung tragen. Insbesondere wandte sich der chaldäische Patriarch erneut an christliche Politiker und Parteien mit der Aufforderung Streitigkeiten zu überwinden und gemeinsam zum Frieden und Wiederaufbau im Irak beizutragen. Nach der Befreiung der Gebiete, die drei Jahre lang vom IS gehalten wurden, so der Patriarch abschließend, müsse es nun das Hauptziel sein, “im eigenen Land zu bleiben und sich für dieses Land einzusetzen” und einen Beitrag zu Kampagnen zu leisten, die die Rückkehr von Auswanderern und Binnenflüchtlingen in die Heimat fördern.
(GV) (Fides 3/7/2017)


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