AMERIKA/MEXIKO - Nach Amoklauf an einer Schule fordern Bischöfe zum Nachdenken über die Rolle der Familie auf

Montag, 23 Januar 2017 menschenrechte   gewalt   familien  

Zacatecas (Fides) – Nach dem tragischen Amoklauf an einer Schule in Monterrey, wo ein 15jähriger Schüler drei Mitschüler und eine Lehrerin verletzte und sich dann selbst tötete, fordern die Bischöfe der Region die Bürger zum Nachdenken über die Rolle der Eltern auf.
Unterdessen hatten mexikanische Polizeibeamte seit 2004 die Erlaubnis, die Schultaschen der Schüler zu kontrollieren. Dazu sagte Bischof Sifgifredo Noriega Barceló von Zacatecas beim gestrigen Sonntagsgottesdienst: „Die Kontrolle der Schultaschen trägt nicht zur Lösung des Problems der Gewalt bei. Vielmehr sollte die Lösung bei den Familien gesucht werden". "Das Ereignis von Moterrey macht uns traurig”, so der Bischof weiter, “doch so etwas kann jederzeit auch an einem anderen Ort geschehen und wir sollten darüber nachdenken, was an Schulen, in den Familien und in der Gesellschaft geschieht. Wir sollten darüber nachdenken, wie wir unsere neuen Generationen erziehen”.
Die Kontrolle der Schultaschen war in Mexiko sehr umstritten, da eine Erlaubnis der Eltern notwendig ist und es Unterschiede beim Vorgehen in staatlichen und privaten Schulen gibt. Dem Täter vom vergangenen 18. Januar war es gelungen die Waffe in das eine Schule im Süden von Monterrey (Nuevo León) mitzunehmen. Bei den Ermittlungen untersuchen die Behörden eine mögliche depressive Erkrankung der Schülers. Gegenstand der Ermittlungen ist auch ein Video, das nach der Tat veröffentlicht wurde.
Nach Ansicht von Bischof Noriega Barceló sollte vor allem eine enge Beziehung zwischen Schülern und Eltern zur Vorbeugung gegen solche Taten beitragen. “Die Kontrolle der Schultaschen ist nicht so wichtig, wenn Eltern ihre Kinder gut kennen. Darum sollten wir uns gemeinsam bemühen: Behörden, Lehrer, Kirche und Eltern”.
(CE) (Fides, 23/01/2017)


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