ASIEN/SYRIEN - Christen protestieren gegen Volkszählung der kurdischen Partei in der Provinz Hassakè

Freitag, 11 November 2016 ostkirchen   religiöse minderheiten   internationale politik   sektierertum   ethnische minderheiten  

ankawa.com

Qamishli (Fides) – Die kurdische PYD und deren militärischer Flügel YPG, die im mehrheitlich von Kurden bewohnten Nordosten Syriens ihre Wurzeln haben, brachten eine Volkszählung in der syrischen Provinz Hassakè auf den Weg, die eine Strategie zugrunde lieben soll, die auf eine Veränderung des demographischen Gleichgewichts zwischen den Ethnien und Völkern in der Region abzielt.
Dies beklagt die Menschenrechtsorganisation Assyrian Monitor for Human Rights, die mitteilt, dass es gegen die in der vergangenen Woche begonnene Volkszählung bereits zu Protesten unter der einheimischen Bevölkerung kam. In Qamishli soll die lokale kurdische Verwaltung sogar eine Ausgangssperre verhängt haben, damit die Volkszählung von Haus zu Haus ungestört stattfinden kann.
Insbesondere christliche Gemeinden sind besorgt über die Durchführung der Volkszählung, für die es keine gesetzliche Grundlage gibt und die nicht den internationalen Standards entspricht. Christliche, aber auch muslimische Minderheiten erinnern daran, dass das demographische Gleichgewicht in der Region bereits durch die von dem seit fünf Jahren anhaltenden Konflikt verursachte Massenflucht grundlegend verändert wurde.
Wie einheimische Beobachter berichten, verhalten sich die politischen und militärischen kurdischen Kräfte in der Region wie die Führungskräfte eines unabhängigen Staates ohne Rücksicht auf die Zugehörigkeit der Region Hassakè zum syrischen Staat. Nach Angaben der Beobachter identifiziert sich auch die Mehrheit der kurdischen Bevölkerung nicht mit der politischen Linie der Partei und deren Unabhängigkeitsbestrebungen.
(GV) (Fides 11/11/2016)


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