AFRIKA/COTE D’IVOIRE - Verfassungsreferendum: Religionsführer rufen zur Ruhe auf

Freitag, 28 Oktober 2016 politik  

Abidjan (Fides) - “Lest den Text, über den ihr abstimmen sollt, in aller Ruhe. Auf diese Weise könnt ihr nach dem eigenen Gewissen über die Zukunft eures Landes abstimmen“, so Erzbischof Jean-Pierre Kutwa von Abidjan am Vorabend des Referendums bei dem die Bürger von Cote d’Ivoire am kommenden 30. Oktober über eine Reform der Verfassung abstimmen sollen.
“Liebe politische Akteure unseres Landes, viele Bürger geben euch zu Recht oder zu Unrecht, die Schuld für Übel und Spaltungen in unserem Land. Wenn sich so viele Menschen mit dieser Frage beschäftigen, dann solltet ihr nicht einfach behaupten, dass ihr Recht habt und die anderen sich im Unrecht befinden. Es zeugt von Weisheit, wenn man sich fragt, ob man sich auch nicht selbst zum Teil im Unrecht befindet. Auf jeden Fall ist eine solche Frage kein Zeichen für Schwächte” so der Bischof in seinem Appell an die ivorischen Politiker. Auch muslimische Religionsvertreter haben im Vorfeld der Volksabstimmung Appelle veröffentlicht.
Die neue Verfassung wurde vom ivorischen Parlament am vergangenen 11. Oktober gebilligt. Damit sie in Kraft treten kann, müssen die Wähler ihre Zustimmung geben. Die Opposition und damit die Anhänger des ehemaligen Präsidenten Laurent Gbgabo rufen zu einem Boykott des Referendums auf.
Die Abgeordneten brauchten nur eine Stunde, um über die 184 von Juristen und nicht von einer Verfassungskommission formulierten Artikel abzustimmen.
Die neue Verfassung sieht die Schaffung eines Senats vor (dessen Mitglieder zu einem Drittel vom Präsidenten ernannt werden), außerdem soll das Amt eines stellvertretenden Präsidenten eingeführt und das Referendum über die Wählbarkeit der Kandidaten für das Präsidentenamt abgeschafft werden. Außerdem werden in der neuen Verfassung die Schulpflicht und die Gleichstellung von Männern und Frauen festgeschrieben.
(L.M.) (Fides 28/10/2016)


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