ASIEN/PAKISTAN - “Digitale Blasphemie”: Auf eine Anzeige folgt oft kollektive Rache

Dienstag, 12 Juli 2016 blasphemie   internet   religiöse minderheiten   religionsfreiheit   islam  

P. A.

Lahore (Fides) - Immer öfter sollen in Pakistan Anzeigen wegen angeblicher "digitaler Blasphemie" erstattet werden, die den Propheten Mohamed in den sozialen Netzwerken beleidigt. Vor kurzem wurde der Christ James Nadeem festgenommen, weil er eine blasphemische Nachricht bei WhatsApp veröffentlicht hatte. "Das Schema ist immer dasselbe, der Gläubige wird angezeigt und während der Tatbestand noch nicht bewiesen ist, besteht bereits die Gefahr einer kollektiven Rache”, so Pfarrer Emmanuel Parvez aus der Diözese Faisalabad (Punjab).
"Wir haben Religionsvertreter und Imam aus der Region zu einem Meinungsaustausch eingeladen”, so der katholische Geistliche, „Dabei haben wir betont, dass wir den Islam und alle anderen Religionen respektieren. Und wir haben darum gebeten, dass wir uns bei einer Beschwerde wegen angeblicher Blasphemie gemeinsam mit der Angelegenheit befassen, um Massengewalt zu verhindern", so Pfarrer Parvez.
James Nadeem wurde im Distrikt Gujrat angezeigt, nachdem sein Freund Yasir Bashir behauptet hatte Nadeem habe ein blasphemisches Gedicht verschickt. Nadeem und seine Angehörigen wurden darauf ihn festgenommen. Unterdessen ließ die Polizei Beamte im christlichen Viertel der Stadt Sara-i-Alamgir stationieren, wo es zu dem Zwischenfall gekommen war um gegen Racheakte vorzubeugen. In der Vergangenheit war es immer wieder zu kollektiver Rache an christlichen Gemeinden gekommen. In dem Stadtviertel leben rund 30 christliche Familien.
(PA) (Fides 12/7/2016)



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