AFRIKA/ÄGAYPTEN - Vertreter der al- Azhar-Universität fordert bei Verbot des Schleiers auch ein Verbot des Tragens von Kreuzen

Donnerstag, 14 April 2016 religionsfreiheit  

Commons Wikimedia

Kairo (Fides) – Wenn es Gesetze gibt, die muslimischen Frauen das Tragen eines Schleiers verbieten, dann müsse, damit Diskriminierung vermieden wird auch verboten werden, dass christliche Frauen Goldketten mit einem Kreuz um den Hals tragen. Diesen umstrittenen Vergleich äußerte Scheich Ahmed Karima, Professor der der sunnitischen al-Azhar-Moschee, im Hinblick auf die Mobilisierung ägyptischer Organisationen, die ein Verbot des Schleiers an öffentlichen Orten verbieten lassen wollen. Im Februar hatten die Proteste bereits zu einem Verbot des Schleiers für Frauen, die im Krankenhaus der Universität Kairo arbeiten, geführt.
Nach Ansicht Experten für Islamisches Recht, Ahmend Karima, handelt es sich bei den Protesten um eine geplante Strategie, mit der islamische Traditionen zerstört worden sollen, was wiederum zu extremen Reaktionen unter radikalen Muslims führt.
Seit Wochen warnt er zusammen mit anderen muslimischen Führungskräften vor “laizistischen Tendenzen”, die darauf abzielen, alles zu verbieten, was die Zugehörigkeit zum muslimischen Glauben nach außen hin sichtbar macht. Nach Ansicht von Scheich Karima darf der auch von Präsident Abdel Fattah al Sisi geäußerte Wunsch nach “Erneuerung des religiösen Gedankenguts” nicht zu einer Abschaffung der Bestimmungen der Scharia führen, da Ägypten ein “islamisches Land” sei und deshalb “islamische Rituale geachtet werden müssen”.
(GV) (Fides 14/4/2016)



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