ASIEN/PAKISTAN - “Christian Solidarity Worldwide”: “Regierung gibt dem Druck von Extremisten nach”

Samstag, 2 April 2016 blasphemie   religiöse minderheiten   gewalt   willkürliche hinrichtungen   islam  

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Islamabad (Fides) – Die pakistanische Regierung willigt in sieben von zehn Forderungen ein, die die Anhänger des geständigen Killers Mumtaz Qadri, der den Gouverneur von Punjab, Salman Taseer, ermordete, bei tagelangen Protesten in Islamabad, unter anderem auch vor dem Parlament vorbrachten. Dies geht aus einer Verlautbarung von “Christian Solidarity Worldwide” hervor.
Gegen Mumtaz Qadri wurde am 29. Februar in dritter Instanz das Todesurteil bestätigt. Am 4. Januar 2011 hatte Qadri den ehemaligen Gouverneur der Provinz Punjab, Salman Taseer, ermordet, der Kritik am Blasphemieparagraphen geübt hatte und für die wegen angeblicher Blasphemie zum Tode verurteilte Christin Asia Bibi eingetreten war.
Islamistische Gruppen hatten sich in den vergangenen Tagen zu einem Sit-in in der so genannten “Roten Zone” einem Hochsicherheitsgebiet, in dem sich das Parlament und die Regierungsgebäude befinden, versammelt. Die Protestkundgebung begann am 27. März und wurde am 30. März beendet, nachdem die Regierung in sieben der zehn vorgebrachten Forderungen einwilligte: darunter die Freilassung der während des Sit-in verhafteten Personen, die Verpflichtung zum Beibehalten des Artikels 295 a, b e c des Blasphemiegesetzes; keine Gnade gegenüber den wegen Blasphemie verurteilten. “Die Pakistanische Zivilgesellschaft” so CSW, “ist schockiert darüber, dass die Regierung dem Druck der Demonstranten nachgegeben hat, da sie so deren Einfluss legitimiert”.
“Nach dem tragischen Attentat in Lahore sollte die Regierung in Pakistan religiöse Minderheiten mit mehr Entschlossenheit schützen”, heißt es in der Verlautbarung weiter, “Diese Zugeständnisse zeigen die Unfähigkeit der Regierung, wenn es darum geht dem Druck von Extremisten zu widerstehen und lassen daran zweifeln, dass sich die Regierung für die Rechte aller Bürgere einsetzt und den Missbrauch des Blasphemiegesetzes beendet”.
(PA) (Fides 2/4/2016)


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