AMERIKA/VENEZUELA - Bischof Parra fordert “Gerechtigkeit und Wahrheit “ für vermisste Minenarbeiter

Freitag, 11 März 2016 politik   gewalt   armut   bischöfe  

Ciudad Guyana (Fides) – "Im ersten Moment dachte ich, es würde sich um eine Demonstration gegen Versorgungsmängel handeln”, so Bischof Mariano Parra Sandoval von Ciudad Guayana, der bei einem Besuch in der Pfarrei “Unsere Liebe Frau von Lourdes” in El Dorado, Zeuge der Proteste der Angehörigen von vermissten Minenarbeiten aus Tumeremo wurde.
Am 7. März waren in Tumeremo im Staat Bolivar bei 28 Bergwerksarbeitern von Mitgliedern einer um die Kontrolle über die Minen rivalisierenden Banden verschleppt. Nach Medienberichten sollen sie ermordet worden sein. Die Einwohner der Region protestieren gegen die Gleichgültigkeit der Behörden.
Nach eingehenden Gesprächen mit den betroffenen Angehörigen fordert Bischof Parra Gerechtigkeit für die Opfer des "Massakers".
Es wird vermutet, dass das von der Regierung verabschiedete Projekt “Arco Minero Orinoco” Auslöser der Bandenkonflikte ist.
Um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen veröffentlichte Bischof Parra Sandoval seine Forderungen in einer Videobotschaft, in der er beklagt, dass “die Region von bewaffneten Gruppen kontrolliert wird und der Staat die Kontrolle verloren hat“. Bischof Parra fordert die bewaffneten Banden zur Beendigung der Gewalt auf und wünscht sich von den Behörden ein Eingreifen zur Wiederherstellung der Ordnung “durch Gerechtigkeit und Wahrheit”. Abschließend hofft der Bischof, dass die vermissten Minenarbeiter bald gefunden werden, damit sie ein “christliches Begräbnis herhalten”. Zu den Vorfällen soll sich unterdessen auch das Staatsoberhaupt geäußert haben.
(CE) (Fides, 11/03/2016)


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