AFRIKA/NIGERIA - Open Doors veröffentlicht Bericht zur Gewalt gegen Christen

Mittwoch, 24 Februar 2016 verfolgung   ortskirchen  

Abuja (Fides)- Zwischen 9.000 und 11.500 Christen wurden ermordet; seit dem Jahr 2000 mussten rund 1,3 Millionen Christen ihre Heimat verlassen; über 13.000 Kirchen wurde verwüstet oder mussten geschlossen werden; tausende Geschäfte oder anderes Eigentum von Christen wurden zerstört. Dies geht aus einem Bericht zur Gewalt gegen Christen im Norden Nigerias (dem so genannten Middle Belt) mit dem Titel “Crushed but not Defeated” der Organisation „Open Doors“ hervor.
Infolge der Gewalt “wurde die christliche Präsenz praktisch ausgelöscht oder geschwächt, während in vielen anderen Regionen die Zahl der Gläubigen durch den Zufluss von christlichen Flüchtlingen vor der Gewalt stieg”.
“Zudem ist das friedliche Zusammenleben zwischen Muslimen und Christen in Gefahr. Das gegenseitige Vertrauen wurde untergraben und es entstand eine Spaltung zwischen Christen und Muslimen”, heißt es in dem Bericht.
Dabei gebe es viele Gründe für die allgemeine Gewalt gegen Christen, darunter religiöse, wirtschaftliche, und soziale Aspekte. Die Elemente der gezielten Gewalt gegen Christen im Norden seien jedoch vorwiegend religiöser Art: es gehe darum Interessen der Muslime und deren Positionen durchzusetzen.
“Nicht nur der radikale Islam, deren bekanntestes Beispiel die Boko Haram ist, sondern auch muslimische Viehzüchtern aus den Völkern der Hausa und Fulani und die muslimische Elite in der Politik und in den Religionsgemeinschaften im Norden sind für die Gewalt gegen christliche Minderheiten verantwortlich”, so der Bericht weiter.
Trotzdem gebe es noch eine christliche Präsenz im Norden Nigerias mit einem Potential der Einheit und des Widerstands. Doch die Kirche dürfe sich dort nicht aus der Gesellschaft zurückziehen, sondern sie müsse sich aktiv für Gerechtigkeit, Frieden und Aussöhnung und das Gemeinwohl einsetzen.
Damit die Kirche sich für eine Erneuerung und einen Wandel in der christlichen Glaubensgemeinschaft und in der Gesellschaft im Norden Nigerias engagieren könne, sei die Unterstützung der internationalen Staatengemeinschaft erforderlich.
(L.M.) (Fides 24/2/2016)




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