EUROPA/ITALIEN - Bischöfe warnen vor Gleichgültigkeit gegenüber Christenverfolgung

Dienstag, 19 Mai 2015

Rom (Fides) – Vor einem Jahrhundert habe in Anatolien der “erste Genozid des 20. Jahrhunderts“ stattgefunden, so zitierte der Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Angelo Bagnasco, heute Morgen in seiner Eröffnungsansprache zur 68. Vollersammlung der Bischofskonferenz. “Das Schicksal des armenischen Volkes”, so der Kardinal weiter, “geht der kontinuierlichen Verfolgung von Christen in verschiedenen Teilen der Welt voraus: wir dürfen nicht zulassen, dass wir uns daran gewöhnen und dem Gedanken an soviel mörderische Gewalt unter dem Deckmantel der Religion mit Gleichgültigkeit begegnen. Wenn wir die Scheinwerfer ausmachen und schwiegen, wenn wir zulassen, dass das Gemetzel weiter geht, dann werden wir zum Komplizen und machen uns vor dem Gericht Gottes und der Geschichte schuldig. Es wäre nur ein weiterer Beweis für das schlechte Gewissen der Mächtigen”.
„Es gibt keine einfachen Lösungen“, so der Vorsitzende der Bischofskonferenz, “doch wir sind überzeugt, dass die Diplomatie sehr viel mehr tun kann, wenn die Kanzlerämter dies erlauben: ‘Isolation’ sollte der Schlüsselbegriff lauten. An erster Stelle muss der mörderische Fanatismus des IS und ähnlicher Bewegungen in der internationalen öffentlichen Meinung isoliert werden, indem ein dieser immer wieder verurteilt wird: niemand darf dies mit Worten oder mit Schweigen rechtfertigen! An zweiter Stelle muss jede Art von öffentlichen und geheimen wirtschaftlichen oder geopolitische Beziehung beendet werden: niemand darf mit Menschenleben Handel treiben! unterbrochen werden Wenn bei den Regierungen in aller Welt dieser Wille nicht besteht, dann werden sie keine entsprechenden Entscheidungen treffen und die Diplomatie wird weiterhin einen kurzen Atem haben”. (SL) (Fides 19/5/2015)


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