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2014-07-04

ASIEN/HEILIGES LAND - Direktor von Caritas Jerusalem beklagt „Nachlässigkeit“ der Behörden bei der Bekämpfung des Drogenhandels

Jerusalem (Fides) - “In Ost-Jerusalem breiten sich Drogen leider epidemieartig aus. Dies hat verheerende Auswirkungen vor allem unter Palästinensern. 15.000 junge Palästinenser konsumieren Drogen und 5.000 sind Drogenabhängig. Doch es verbirgt sich auch eine politische Absicht hinter der ‘Nachlässigkeit’, sie es möglich macht, dass Drogen sich vor allem unter der arabischen Bevölkerung der Heiligen Stadt verbreiten”, so lautet die Anklage des Direktors von Caritas Jerusalem, Pfarrer Raed Abusahliah, im Hinblick auf das Drogenproblem in Jerusalem. Der katholische Geistliche fragt sich, weshalb die Jerusalemer Polizei nicht gegen den Drogenhandel in dem von Arabern bewohnten Teil der Heiligen Stadt vorgeht: “In den vergangenen Tagen ” so Pfarrer Abusahliah, “kam es auch in Jerusalem zu Ausschreitungen zwischen palästinensischen Jugendlichen und der israelischen Armee. Wenn ein arabischer Jugendlicher Steine wirft, dann riskiert er damit jahrelange Haft. Doch wenn er mehrer Kilos Heroin verkauft, wird nichts dagegen getan. Wie kann das sein?”
Doch Caritas Jerusalem klagt nicht nur an, sonder engagiert sich im Rahmen zahlreicher Initiativen auf verschiedenen Ebenen aktiv im Bereich der Prävention und der Bekämpfung des Drogenhandels. Seit 1999 gibt es in Ost-Jerusalem eine Beratungsstelle für Drogenabhängige, die auch die Familien und die Herkunftsgemeinschaft betreut. In Schulen und Universitäten finden Aufklärungskampagnen statt, die zur Prävention unter Schülern und Studenten beitragen sollen. In den vergangenen Jahren wurden in Zusammenarbeit mit der Universität Bethlehem und der Militärakademie Jericho auch spezifischen berufsbildende Bildungsangebote für Mitarbeiter des Sozial- und Gesundheitswesens entwickelt. “Dieses Jahr”, so Pfarrer Abusahliah “wurden die Diplome auch vom palästinensischen Bildungsministerium anerkannt. Wir planen eine solche Ausbildung auch auf akademischer Ebene in Form eines Masters“. Besonders schwere Fälle der Drogenabhängigkeit werden bisher in Entzugskliniken in der Nähe von Taybeh und Nazareth behandelt. Künftig soll es eine Entzugsklinik auch in Ost-Jerusalem geben. “Die Islamische Bank”, so der Leiter von Caritas Jerusalem, “prüft die Möglichkeit einer Finanzierung dieser Initiative für die ersten zwei Jahre.“
Am vergangenen 26. Juni nahmen anlässlich des Welttags gegen Drogenhandel und Drogenmissbrauch rund 200 Studenten, Sozialarbeiter und Vertreter von Nichtregierungsorganisationen in der Altstadt von Jerusalem an einer Kundgebung unter dem Motto “Für ein drogenfreies Jerusalem” teil.
“Der Kampf gegen Drogen”, so Pfarrer Abusahliah, “kann nur mit Unterstützung unserer lokalen und internationalen Freunden geführt werden”. (GV) (Fides 4/7/2014)

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