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2014-05-24

AFRIKA/SÜDSUDAN - Cholera-Epidemie dehnt sich weiter aus

Juba (Fides) – Im Südsudan waren bereits über 315 Cholera-Fälle diagnostiziert worden, als das Gesundheitsministerium des Landes am vergangenen 15. Mai die Epidemie offiziell bestätigte. In vielen Städten und Gemeinden gibt es Verdachtsfälle. Fünf Monate nach Ausbruch des Konflikts warnen die Mitarbeiter des medizinischen Hilfswerks “Ärzte ohne Grenzen (MSF)” angesichts der dramatischen Bedingungen in vielen Flüchtlingscamps und dem Einsetzen der Regenzeit vor eine weiteren Verbreitung der Krankheit und unterstützen die Gesundheitseinrichtungen des Landes mit Medikamenten und medizinischer Ausrüstung
Zu den am meisten von der Cholera-Epidemie betroffenen Regionen gehört der Distrikt Gudele. Die Mitarbeiter von MSF richteten dort ein Zentrum für die Behandlung von Cholera ein und suchen nach weiteren Standorten, wo eventuelle weitere Zentren entstehen sollen. Unterdessen verteilt das Hilfswerk sauberes Trinkwasser und klärt die Bevölkerung über Ansteckungsgefahren auf. Impfmöglichkeiten werden in den in Flüchtlingscamps bereits angeboten. Bisher wird Cholera nur im Juba Teaching Hospital behandelt. Ein neues Behandlungszentrum wurde vorbeugend im Flüchtlingscamp in Malakal im Upper Nile State eingerichtet, nachdem dort 17.000 Menschen bereits im April und Mai dieses Jahres geimpft wurden. Eventuell soll im selben Staat ein weitres Zentrum in Kaka entstehen.
Vorbereitende Maßnahmen für den Fall einer weiteren Ausdehnung der Epidemie trifft die Organisation “Ärzte ohne Grenzen” auch im Camp Melut. In den Aufnahmelagern in Bentiu (Unity State) und in Minkamman (Lakes State) wurden bereits Impfcampagnen auf den Weg gebracht.
In den ersten fünf Monaten seit Ausbruch der Krise im Südsudan hat MSF bereits 270.000 Patienten ambulant untersucht, davon 110.000 Kinder im Alter unter 5 Jahren; 11.000 Patienten wurden in Krankenhäusern behandelt, davon 6.500 Kinder im Alter unter fünf Jahren. Außerdem wurden über 2.000 chirurgische Eingriffe durchgeführt und über 2.300 Menschen wegen Kriegsverletzungen behandelt. Insgesamt wurden 6.400 Entbindungen begleitet. Die Mitarbeiter von sind derzeit im Rahmen von 22 Hilfsprojekten in 9 der 10 Staaten des Südsudan aktiv. (AP) (Fides 24/5/2014)

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