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Sonderteil

2004-12-01

1.DEZEMBER/WELTAIDSTAG

EUROPA/ITALIEN

110.000 - 130.000 Menschen sind in Italien HIV-infiziert, es gibt nur eine gute Nachricht: bis zum 30. Juni 2004 wurde keine HIV-Infektion bei Kindern in der Region Emilia Romagna diagnostiziert, in ganz Italien infizierten sich drei Kinder mit HIV

Rom (Fidesdienst) - Italien ist zunehmend von Aids betroffen. Zwar sterben heut weniger Menschen an Aids, doch die Zahl der HIV-Infektionen ist immer noch sehr hoch. Jeder zweite HIV-Infizierte erfährt erst nach vielen Jahren, wenn die Krankheit bereits ausgebrochen ist, von der Infektion und hat ohne es zu wissen bereits andere Menschen infiziert. Aids verbreitet sich auch unter denen „die über jeden Verdacht erhaben sind“: jeder zwanzigste Neuinfizierte ist über 60 Jahre als. Immer mehr Heterosexuelle erkranken und überraschender Weise steigt die Zahl der Infizierten auch wieder unter Homosexuellen.
Nach Schätzungen sind in Italien 110.000 bis 130.000 Menschen HIV-infiziert. In der Zeit vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2004 gab es in Emilia Romagna 54 Aidsfälle. Damit steigt die Zahl der Aidsfälle seit Ausbruch der Epidemie auf insgesamt 5.207. Nach Angaben des COA (Centro Operativo Aids) des Höheren Instituts für Gesundheit gab es insgesamt 161 Fälle (im Vergleich zu 169 Fällen in der Zeit von Juli 2002 bis Juni 2003), nach Provinzen unterteilt entsteht folgendes Bild: In Bologna gab es 22 Fälle (33 waren es zwischen dem 1. Juli 2002 und dem 30. Juni 2003); 12 Fälle in Ferrara (14 zwischen dem 1. Juli 2002 und dem 30. Juni 2003), 13 in Forli (23 zwischen dem 1. Juli 2002 und dem 30. Juni 2003), 16 in Modena (18 zwischen dem 1. Juli 2002 und dem 30. Juni 2003), 12 in Parma (14 zwischen dem 1. Juli 2002 und dem 30. Juni 2003), 29 in Ravenna (22 zwischen dem 1. Juli 2002 und dem 30. Juni 2003), 18 in Reggio Emilia (13 zwischen dem 1. Juli 2002 und dem 30. Juni 2003) und 18 in Rimini (20 zwischen dem 1. Juli 2002 und dem 30. Juni 2003).
Seit Beginn der Epidemie im Jahr 1982 bis zum 30. Juni 2004 wurden in Emilia Romagna insgesamt 5.207 Aidserkrankungen diagnostiziert. Die Region Emilia Romagna steht in Italien an vierter Stelle, was die Zahl der Erkrankungen anbelangt, die in der Zeit zwischen Juli 2003 und Juni 2004: es erkrankten 4 Personen je 100.000 Einwohner: in der Zeit zwischen Juli 2002 und Juni 2003 lag der Anteil bei 4,2
Es gibt auch eine gute Nachricht: bis zum 30. Juni 2004 wurde keine HIV-Infektion bei Kindern in der Region Emilia Romagna diagnostiziert, in ganz Italien infizierten sich drei Kinder mit HIV (AP) (Fidesdienst, 1/12/2004 - 29 Zeilen, 395 Worte)


EUROPA/FRANKREICH

25.000 Aidskranke und 6.000 Neuinfektionen pro Jahr. Bei 43% der Neuinfizierten handelt es sich um Frauen

Rom (Fidesdienst) - Insgesamt werden in Frankreich jedes Jahr durchschnittlich rund 6.000 HIV-Neuinfektionen diagnostiziert. Insgesamt leben zischen 90.000 und 120.000 HIV-Infizierte im Land während im Jahr 2003 bei insgesamt 1.323 Patienten Aids diagnostiziert wurde.
Nach Angaben des Gesundheitsinstituts INVS (Institut Veille Sanitaire) gibt es in Frankreich insgesamt 25.000 Aidskranke; Bei 43% der Neuinfizierten handelt es sich um Frauenwährend 47% der Patienten bei denen Aids diagnostiziert wurde, nichts von ihrer HIV-Infektion wussten und die Hälfte derjenigen, die informiert waren, sich keinerlei Therapie unterzogen haben. (AP) (Fidesdienst, 1/12/2004 - 11 Zeilen, 98 Worte)


EUROPA/RUSSLAND

Bis zum Jahr 2010 werden voraussichtlich bis zu einer Million Menschen an Aids sterben: Medikamente sind zu teuer

Rom (Fidesdienst) - Drogen, Prostitution, große Mängel im Gesundheitswesen führen dazu, dass sich Aids in Russland zunehmend verbreitet, so dass bis zum Jahr 2010 vorrausichtlich bis zu einer Millionen Menschen an den Folgen der Krankheit sterben könnten.
Wie aus Untersuchungen der Gesundheitsbehörden des Landes hervorgeht ist die Zahl der HIV-Infizierten in Russland während der ersten Monate des Jahres 2004 um 10% angestiegen. Die hohe Sterblichkeitsrate hängt auch damit Zusammen, dass in Russland nur ein verschwinden kleiner Anteil der HIV-Infizierten Zugang zu einer wirksamen Antiaids-Therapie hat, deren Kosten sich auf 5.600 bis 15.000 Dollar pro Jahr belaufen, was für 99% der HIV-Infizierten in Russland zu teuer ist. Von 300.000 Kranken werden kaum 3.000 behandelt.
Bis vor wenigen Jahren waren vor allem Heroinsüchtige und Drogenabhängige betroffen doch heute hat sich die Krankheit auch auf die allgemeine Bevölkerung ausgedehnt, rund 50% der Neuinfizierten haben sich beim Geschlechtsverkehr infiziert. (AP) (Fidesdienst, 01/12/2004 - 15 Zeilen, 162 Worte)

ASIEN/THAILAND

Kamillianerorden organisiert Anti-Aids-Aktion in Zusammenarbeit mit Gesundheitsbehörden und Provinzverwaltung

Rayong (Fidesdienst) - „Der Weltaidstag ist für uns in der Provinz Rayong dieses Jahr ein ganz besonderer Tag“, so Pater Giovanni Contarin, der in Rayong eine Aidsklinik für Kinder leitet. „Hier in unserem Zentrum findet zwar keine besondere Veranstaltung statt, doch wir haben in Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden und der Provinzverwaltung eine große Aktion auf dem Hauptplatz in Rayong organisiert, in deren Rahmen auch ein drei Kilometer langer Fußmarsch durch die Straßen der Stadt vorgesehen ist.“
„Wir haben bei der Vorbereitung mit rund zwanzig Industriebetrieben und fünfzehn Schulen zusammengearbeitet“ so der Kamillianerpater weiter. „Die Vorbereitungen und Treffen begannen vor zwei Monaten und es wurde beschlossen, dass in Fabriken und Schulen, die sich an der Aktion beteiligen eine einwöchige Vorbereitung stattfinden soll. Dabei wurden gemeinsam Talk-Shows und Spiele vorbereitet, die am 1. Dezember um 14.00 Uhr im ITC-Center am Hauptplatz von Rayong vorgestellt werden. Es werden insgesamt rund 600 Personen an den verschiedenen Aktivitäten beteiligt sein. Gegen 16.00 Uhr werden rund 1.000 Menschen in Gruppen von der Wat Pradu-Schule aus mit verschiedenen Plakaten durch die Straßen der Stadt gehen. Jede Gruppe wird sich auf ihrem eigenen Plakat zu erkennen geben: Polizei, Krankenpfleger, Lehrer, Studenten, Gruppen und Verbände für HIV-Infizierte, Beamte, Arbeiter aus den verschiedenen Industriebereichen, Vertreter der Einrichtungen der Kamillianer und Bürgerinitiativen aus verschiedenen Teilen der Stadt.“
„Der Gouverneur und seine Mitarbeiter werden ebenfalls an dem Marsch teilnehmen und dabei ein T-Shirt mit dem Slogan zum Weltaidstag tragen. Außerdem wird der Marsch mit Musik begleitet werden.“, erklärt Pater Contarin, „Dabei soll vor allem auf die Präsenz von HIV und Aids in der Gesellschaft und damit auf die Notwendigkeit von Prävention und Schutz aufmerksam gemacht werden. Wichtig ist auch das Mitgefühl für Infizierte und die Überwindung der „Berührungsangst“ und damit der Diskriminierung und der Ablehnung gegenüber HIV-Infizierten in der eigenen Familie oder Gemeinde.“
Der die verschiedenen Gruppen werden sich am ITC-Platz treffen und dort mit den rund 600 Menschen zusammenstoßen, die das Programm veranstalten. Dort wird der Gouverneur eine Ansprache halten. Im Anschluss wird ein Kinderchor des Zentrums der Kamillianer auftreten.“
Der Obere des Kamillianerzentrums in Rayong, Pater Siranon, wird in seiner Ansprache über die barmherzige Liebe sprechen und sich damit an alle Religionen wenden, damit Barmherzigkeit und Nächstenliebe auch zum Gegenstand des interreligiösen Dialogs werden“, berichtet Pater Contarin, „Im Anschluss werden HIV-Infizierte über ihre Erfahrung sprechen und Schüler den „Action Plan“ zur Prävention erläutern, der in den Schulen der Provinz zusammen mit unseren Mitarbeitern erarbeitet wurde. Danach werden verschiedene Musikbands auftreten und für die Teilnehmer steht eine kleine Erfrischung bereit. Die Veranstaltung soll bis gegen 20.00 dauern.“
„Die katholische AIDS-Kommission hat ein Poster verteilt, das vor allem darauf hinweist, dass sich Frauen aus eigener Kraft verantwortlich Entscheidungen für das eigene Geschlechtsleben (den Wert der Liebe) und den Schutz vor HIV (die Würde der Frau) treffen. Von diesem Poster wurden 50.000 Exemplare gedruckt und in allen katholischen Schulen, Kirchen und Verbänden verteilt“, erklärt der Kamillianerpater. „In allen katholischen Pfarreien wurden Arbeitshilfen verteilt, damit sich die Gemeindepfarrer entsprechend auf ihre Sonntagspredigt vorbereiten konnten, wobei einerseits der erste Adventssonntag aber auch das Thema eines bewussten qualitativ anspruchsvollen christlichen Familienlebens im Mittelpunkt stehen sollten“.
„Zurzeit wird vor allem das Benutzen von Kondomen allerorts propagiert. In diesem Zusammenhang versuchen wir darauf hinzuweisen, dass an erster Stelle eine langfristige Erziehung zu den Werten der Lebensqualität, der Menschenwürde, der Familie und der barmherzigen Liebe stattfinden sollte, Diese Botschaft wird bestimmt nicht verloren gehen!“, so der Pater Contarin abschließend. (AP) (Fidesdienst, 01/12/2004 - 51 Zeilen, 578 Worte)

LATEINAMERIKA

Über 1,7 Millionen HIV-Infizierte, 95.000 Tote und 240.000 neue Krankheitsfälle

Rom (Fidesdienst) - Unter den lateinamerikanischen Ländern ist Venezuela am meisten von der Aidsepidemie betroffen. Im Jahr 2003 haben sich dort 110.000 Menschen mit HIV infiziert. In Brasilien leben über ein Drittel aller in HIV-Infizierten des Kontinents. In Argentinien ist das HIV-Virus vor allem in den städtischen Gebieten der Provinzen Buenos Aires (65%) der Fälle), Cordoba und Santa Fé verbreitet. In Uruguay ist vor allem die Hauptstadt Montevideo und betroffen, wo sich das Virus vor allem im Drogenmilieu verbreitet. Insgesamt gab es in ganz Lateinamerika im Jahr 2004 rund 1,7 Millionen HIV-Infizierte, 95.000 Tote und 240.000 neue Krankheitsfälle. (AP) (Fidesdienst, 01/12/2004 - 9 Zeilen, 108 Worte)

AMERIKA/GUATEMALA

„Cambiemos el curso de la epidemia“: Aktion der bischöflichen Kommission für die Pastoral im Krankendienst

Guatemala City (Fidesdienst) - Vom 25. November bis 6. Dezember veranstaltete die Kommission für die Pastoral im Krankendienst der Guatemaltekischen Bischofskonferenz, in der sich die Gesundheitsbeauftragen der Diözesen und Apostolischen Vikariate zusammenschließen, das erste Forum über HIV/Aids, in dessen Rahmen verschiedene Treffen, Märsche, TV-Debatten und Werbesendungen der verschiedenen Radiosender geplant sind, in deren Mittelpunkt vor allem die zunehmende Verbreitung der Krankheit unter Frauen steht. In den verschiedenen Diözesen werden im Rahmen der Aktion Gottesdienste und Solidaritätskampagnen stattfinden.
Unterdessen schließen sich auch zahlreiche Organisationen des Landes zu einer Aktion zur Aidsbekämpfung unter dem Motto „Il Gran Recorrido por la vida“ mit dem Slogan “Cambiemos el curso de la epidemia”. zusammen, darunter Fundación Preventiva del SIDA “Fernando Iturbide“, Medcins sans Frontières, Red Nacional de Personas que viven con el VIH/SIDA, Grupo Solidaridad Positiva, Asociación de Salud Integral, Diplomado en Atención Integral del VIH/SIDA, Catholic Relief Services, Pasos y pedales und die Stadtverwaltung von Guatemala City. (AP) (Fidesdienst, 01/12/2004 - 16 Zeilen, 167 Worte)

AMERIKA/PERU

„Aids ist nicht nur ein medizinisches Problem sondern auch eine soziale, wirtschaftliche, pastorale ethische und sittliche Frage“. Botschaft der bischöflichen Kommission für die Pastoral im Krankendienst zum Weltaidstag

Lima (Fidesdienst) - „Solidarität ist das wahre Mittel der Prävention“, heißt es in der Botschaft der bischöflichen Kommission für die Pastoral im Krankendienst der Peruanischen Bischofskonferenz (DPASA). In ihrer Botschaft fordern die Bischöfe deshalb vor allem zur Solidarität mit HIV-Infizierten und Aidskranken auf. Durch die Beteiligung an der Bekämpfung der Krankheit werde man Teil der „Pastoral der Hoffnung“, die vor allem darauf abzielt tausende Menschen, die oft von der Gesellschaft ausgegrenzt werden zu begleiten und deren Rechte zu schützen.
Aids betreffe junge Menschen, Männer und Frauen und zerstöre Familien, weshalb nur durch „sicheren und verantwortlichen Geschlechtsverkehr, Enthaltsamkeit vor der Ehe und Treue während der Ehe“ eine Ausdehnung diese Geisel verhindert werden könne. (AP) (Fidesdienst, 01/12/2004 - 13 Zeilen, 139 Worte)

OZEANIEN/AUSTRALIEN

Caritas Australia führt am Weltaidstag eine neue Kampagne zur Bekämpfung von Aids durch: die Krankheit befindet sich heute vor dem Pforten des Landes

Sydney (Fidesdienst) - Lange Jahre schien Aids ein Problem zu sein, von dem vor allem Afrika betroffen ist, doch heute steht das Phänomen auch vor den Pforten Australiens: in Papua Neuguinea werden 50% der Krankenhauspatienten wegen Krankheiten behandelt, die im Zusammenhang mit Aids auftreten. Angesichts der Tatsache, dass sich auch in Australien immer mehr Menschen anstecken, arbeitet der australische Caritasverband mit dem Aidshilfswerk der Regierung AusAid bei der Aidsbekämpfung zusammen. Caritas bildet vor allem Beauftragte in den Diözesen aus, die ihrerseits ihr Wissen im Zusammenhang mit der Bekämpfung von Aids an Pastoralarbeiter, Lehrer und Katechisten weitergeben sollen.
Abgesehen von einer Aufklärungskampagne, die zum Weltaidstag in ganz Australien durchgeführt wird, wird Caritas Australien auch einen konkreten Beitrag zur Unterstützung der Aidsprävention und -behandlung in den Gesundheitseinrichtungen in Papua Neuguinea leisten.
Erst vor kurzem brachte Caritas Australia ein Projekt auf die Wege, in dessen Rahmen drei neue Aidsbekämpfungs-Zentren im ganzen Land eingerichtet werden. Im Rahmen des Caritasprojekts sollen auch Ärzte und medizinisch-technisches Personal ausgebildet, Medikamente uns Geräte zur Verfügung gesellt und Therapien für die verschiedenen Phasen der Aidserkrankung durchgeführt werden. Das Programm hat eine fünfjährige Dauer und soll vor allem dazu beitragen, dass das Land aus eigener Kraft bei der Aidsbekämpfung aktiv werden kann. (PA) (Fidesdienst, 01/12/2004 - 20 Zeilen, 224 Worte)

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