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2013-07-24

AFRIKA/SÜDSUDAN - Bischof Kussala: „Militärische Präsenz ist nie eine Lösung“

Juba (Fidesdienst) – „Militärische Präsenz ist nie eine Lösung. Die internationale Gemeinschaft sollte sich mehr um die Festnahme des Anführers der LRA, Joseph Kony bemühen, doch ein solcher Wille ist nicht sichtbar“, so Bischof Edward Hiiboro Kussala von Tambura-Yambiao im Südsudan bei einer vom katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ in Hildesheim veranstalteten Tagung.
In seiner Diözese an der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo werden Menschen alltäglich Opfer der Rebellen der der 1987 gegründeten ugandischen Lord’s Resistance Army (LRA), die heute auch im Südsudan, in der Demokratischen Republik Kongo und in der Zentralafrikanischen Republik aktiv sind.
„Die Guerillakämpfer der LRA“, so der Bischof, verschleppen unsere Kinder, stecken Wohnungen in Brand und ermorden unzählige Menschen. Die gläubigen sind terrorisiert und viele verlassen die eigenen Heimatdörfer, was zu einem besorgniserregenden Anstieg der Vertriebenen führt.“, Bischof Hiiboro weiß, was es heißt, Flüchtling zu sein. Er war neuen Jahre alt als sein Dorf angegriffen und seine Mutter ermordet wurde: danach lebte er viele Jahre lang im Flüchtlingslager.
In der Diözese Tambura-Yambio sind seit langem ugandische und südsudanesche Friedenseinheiten und Schutztruppen der Afrikanischen Union stationiert: „Unsere Politiker vertrauen auf die Militärs, doch bisher war ihre Präsenz ziemlich nutzlos“, bedauert der Bischof.
Mit der Unabhängigkeit am 9. Juli 2011 ging ein langer Krieg (1983-2005) zu Ende, bei dem mindestens 2 Millionen Menschen starben, Hunderttausende lebten in Flüchtlingslagern. Der Bischof wünscht sich von der Regierung des jungen Staates „mehr Einsatz für Dialog und Frieden“. Die Kirche spielt im Friedensprozess eine wichtige Rolle und fordert diplomatische Bemühungen und Bildungsprogramme, die die Aussöhnung im Land fördern. (PA) (Fidesdienst, 24/07/2013)

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