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2013-07-24

ASIEN/SYRIEN - Friedensnobelpreisträgerin Maguire im Vatikan: „Gewaltlosigkeit und Dialog sind der einzige Weg zum Frieden“

Vatikanstadt (Fidesdienst) – Gewaltlosigkeit, Dialog, Aussöhnung und Frieden sind „Schlüsselworte für die Lösung der syrischen Krise“ und der „einzige mögliche Weg, damit eine regionale Ausweitung des Konflikts mit unvorhersehbarem Ausgang vermieden werden kann“, so die Friedensnobelpreisträgerin des Jahres 1976, Mairead Maguire, die diese Auszeichnung für ihren Einsatz bei der Lösung des Konflikts in Nordirland erhielt, im Gespräch mit dem Fidesdienst. „Diese Werte vertritt vor allem die katholische Kirche auf der Grundlage des Evangeliums Jesu Christi“, so Frau Maguire, die in den vergangenen Tagen zu Gesprächen mit dem Sekretär für die Beziehungen zu den Staaten, Erzbischof Dominique Mamberti, und mit den Präsidenten des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden, Kardinal Peter Turkson, den Vatikan besucht hat. „Ich habe den Wunsch einer Begegnung mit Papst Franziskus zum Ausdruck gebracht und kehre voller Hoffnung auf eine Botschaft des Friedens für den Frieden in Syrien nach Hause zurück“, so Frau Maguire zum Fidesdienst.
„Bei den Gesprächen waren wir uns einig, dass die katholische Kirche mit einer Botschaft des Friedens den Frieden in Syrien fördern muss. Dazu ist eine unmissverständliche Botschaft der Gewaltlosigkeit und Aussöhnung als Weg zum Frieden notwendig. Dies ist der Weg, den Jesus gewählt hat“, so Frau Maguire, Katholikin und Vorsitzende der Nichtregierungsorganisation „Peace People“ mit Sitz in Belfast. „Es ist dringend notwendig, dass die Welt eine Botschaft des Friedens, Worte der Liebe zum Feind und der Vergebung hört. Wenn es nicht die Kirche ist, die eine solche Botschaft verkündet, wer soll es dann tun?“, so die Friedensnobelbpreisträgerin.
Zur aktuellen Lage in Syrien sagt Frau Maguire: „Die Situation ist sehr kompliziert, weil es neue Konfliktherde, neue gewaltbereite Akteure und neue Waffen gibt. Die Opferzahl ist erschreckend und, wie die Vereinten Nationen betonten, nur vergleichbar mit dem Völkermord in Ruanda. Nach zwei Jahren des Konflikts muss man innehalten und diejenigen unterstützen, die versuchen Menschen zusammenzuführen und den Dialog vorzuschlagen, der mit einem Waffenstillstand und einem Verbot unterschiedsloser Gewalt beginnen sollte. Es muss mit Nachdruck nach einer politischen Lösung gesucht werden“.
Maguire besuchte Syrien im Mai dieses Jahres als Leiterin einer Friedensdelegation: „Wir waren in Syrien, im Libanon und besuchten dort Flüchtlingslager. Dort durften wir an interreligiösen Gebeten teilnehmen und sowohl einfachen Leuten als auch Vertretern der Regierung und der Opposition begegnen. Die meisten zivilen und religiösen Vertreter wünschen sich einen den Dialog und fordern mit Nachdruck den Frieden. Die Menschen sind des Todes, der Gewalt und der Verwüstung müde“. „Wir können nur betonen“, so Frau Maguire weiter, dass Frieden und Ausdruck unser höchstes Gut sind und dass viele Menschen in Syrien diesen Weg wählen. Es gibt viele Initiativen an der der Basis, die vielleicht nur wenig bekannt sind, darunter auch die von Patriarch Gregor III. Laham unterstützte „Mussalaha“-Bewegung“.
„Wir müssen technische Unterstützung und materielle Unterstützung liefern, damit die Deeskalation des Konflikts unterstützt werden kann“, so Frau Maguire weiter, „Dabei muss man mit allen sprechen und einen Dialog zwischen Regierung und Opposition auf den Weg bringen und Pläne für eine Übergangszeit unter Achtung des Prinzips der Selbstbestimmung anbieten und das syrische Volk fragen, was es will“, so Frau Maguire.
Maguire erinnert in diesem Zusammenhang abschließend an das Modell, das dem Frieden in Nordirland zugrunde liegt, wo Hass und Spaltung tief verwurzelt waren. „wir haben damit begonnen, Freundschaft, Vergebung und Aussöhnung an der Basis zu fördern, um damit bis auf die politische und institutionelle Ebene zu gelangen. Dies könnte auch in Syrien geschehen, doch dazu müssen die Waffen schweigen. Die internationale Gemeinschaft sollte alle unterstützen, die einen solchen Ansatz unterstützten der einen Dialog sieht, der alle einschließt“, so die Friedensnobelpreisträgerin abschließend. (PA) (Fidesdienst, 24/07/2013)

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