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Oceania

2013-02-26

OZEANIEN/PAPUA NEUGUINEA - Muslime in Papua: neues Verbreitungsgebiet des Islam in Ozeanien

Gooroka (Fidesdienst) – Der Islam hat in Ozeanien neue Verbreitungsgebiete. Wie die Ortskirche dem Fidesdienst berichtet, kamen die ersten Muslime vor rund 35 Jahren mit der Eröffnung der ersten Moschee in Kimbe (West New Britain) nach Papua Neuguinea. Wie der Steyler Missionar und Missionswissenschaftler, P. Franco Zocca (svd), der in Goroka lebt und arbeitet, dem Fidesdienst mitteilt, gehen die dort ansässigen Muslime auf die reformierte muslimische Bewegung der Ahmadi zurück, die im späten 19. Jahrhundert in Indien entstand.
Der Islam ist seit 1983 offiziell vom Staat anerkannt. Danach kamen Muslime aus dem Ausland nach Papua um später um vor Ort neue Gläubige „anzuwerben“. Im Jahr 1986 gab es auf Papua vier Muslime, 1990 waren es 440 und 200 stieg ihre Zahl auf 756 an, die nunmehr in den verschiedenen Provinzen des Landes präsent lebten. Heute gibt es in Port Moresby eine große „islamische Gemeinde“ mit rund 4.000 Mitgliedern. Nach Angaben der einheimischen Religionsvertreter verbreitet sich der Islam vor allem Auf den Hochebenen und insbesondere in der Provinz Simu sehr rasch, wo er vor allem unter den melanesischen Völkern Anklang findet, die sich einst zum christlichen Glauben bekehrt hatten. Die Muslime gehen davon aus, dass sich die Menschen „vom respektvollen Verhalten der Muslime und dem Verbot von Alkohol und anderen berauschenden Substanzen angezogen fühlen und von der Tatsache, dass es „für die Gläubigen Richtlinien für alle Lebensbereiche gibt.“ Die Religionsführer sind der Ansicht, die muslimische Glaubenspraxis eher als die christlichen mit den Bräuchen der melanesischen Tradition zu vereinbaren sind, darunter zum Beispiel auch Polygamie, Trennung von Männern und Frauen, Vormachtstellung des Mannes in der Familie.
Gegenwärtig gibt es auf Papua 15 muslimische Zentren mit einem Imam, während junge Muslime Stipendien für das Studium in Koranschulen in Saudi-Arabien. Malaysia, Indonesien und Fidschi erhalten. Nach ihrer Rückkehr sollen sie als Lehrer, Wissenschaftler und islamische Rechtsgelehrt tätig sein.
2002 brachte die bischöfliche Kommission für Ökumene und interreligiösen Dialog Gespräche mit den Vertretern der islamischen Glaubensgemeinschaft auf den Weg. Dieser Dialog findet auch heute noch statt. (PA) (Fidesdienst, 26/02/2013)

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