Asia
2013-01-22
ASIEN/JORDANIEN - Parlamentswahl: christliche Kandidaten bleiben nicht unbemerkt
Amman (Fidesdienst) – Über 40 Christen bewerben sich bei den morgigen Wahlen um einen Sitz im jordanischen Parlament. Dies betont Pfarrer Rifat Bader vom Catholic Centre for Studies and Media gegenüber dem Fidesdienst. Nach Ansicht von Pfarrer Bader spiegeln das Profil der christlichen Kandidaten und deren Themen bei der Wahlkampagne die vielfältige Zusammensetzung und die Sorgen der Glaubensgemeinschaften in Jordanien wieder.
Die meisten von ihnen bewerben sich um die neun (von insgesamt 150) Sitze, die das Quotensystem christlichen Kandidaten garantiert. Doch es gibt auch christliche Kandidaten, die sich als Kandidaten für einen bestimmte Wahlkreise oder Listen bewerben, darunter der Protestant Chazi Musharbash, der den Schutz von Christen vor politischer und sozialer Diskriminierung fordert oder Wadhi Zawaideh, der das Seminar des lateinischen Patriarchats in Jerusalem besuchte. Im vorherigen Parlament war die erste weibliche Abgeordnete die Christin Sama Babadi. Bei der morgigen Wahl kandidiert die bisherige Rektorin einer Schule des lateinischen Patriarchats. Während der Anwalt Amir Kakish in seinen Wahlreden sich auch mit dem umstrittenen Thema des Religionswechsels befasste.
Pfarrer Rifat Bader hält die morgige Wahl für einen wichtigen Test, wenn es darum geht die künftige Rolle Jordaniens im unruhigen Kontext des Nahen Ostens einzuordnen. „Der Wahlboykott der Muslimbrüder“, so der Leiter des Catholic Center for Studies and media, „ist eine ernsthafte Einschränkung, denn das Parlament sollte alle Realitäten des Landes vertreten. Auf jeden Fall ist die Wahl ein erster Schritt in Richtung authentische Demokratie. Die Listen mit den meisten Stimmen werden erstmals die Ernennung des Premierministers und der zukünftigen Regierung beeinflussen. Bei den kommenden Wahlen könnten sich Parteien im eigentlichen Sinn mit genau definierten Programmen präsentieren. Auf diese Weise würde auch Jordanien seinen Weg zur Verwirklichung des arabischen Frühlings finden. Ein nichtrevolutionärer Weg, der zu einem langsamen Wandel führt“. (GV) (Fidesdienst, 22/01/2013)
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